Non-Cardiac Chest Pain

Was versteht man unter Non-Cardiac Chest Pain?

Unter Non-Cardiac Chest Pain versteht man Schmerzen und Engegefühl im Bereich des Herzens ohne das Vorliegen einer organischen Herzerkrankung. Leider gibt es im Deutschen keinen vergleichbar treffenden Begriff. Es handelt sich also um ähnliche Symptome wie bei einem Herzinfarkt ohne dass ein Herzinfarkt vorliegt.

Wie entsteht Non-Cardiac Chest Pain?

Das Herz gehört zu den Organen welche am empfindlichsten auf Stress und psychische Belastungen reagiert. Die Herztätigkeit wird vom vegetativen Nervensystem und von verschiedenen Hormonen gesteuert. Bei einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems kommt es zu Herzrasen, einer gesteigerten Pumpleistung und gesteigerter Atmung. Dies kann zu einem Gefühl von Enge und Schmerz im Bereich des Herzens führen.

Kardiologische Diagnostik bei Non-Cardiac Chest Pain

Zunächst ist eine Erkrankung des Herzens mit geeigneten Methoden durch einen Kardiologen auszuschließen. Hierfür ist üblicherweise die Bestimmung spezifischer Laborwerte, die Anfertigung eines Ruhe-EKGs und eines Belastungs-EKGs notwendig. Zudem wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens gemacht. Bei den meisten Patienten mit Non-Cardiac Chest Pain liegen diese Befunde bereits einfach oder mehrfach vor.

Stressmedizinische Diagnostik bei Non-Cardiac Chest Pain

Mit den heute in der Stressmedizin zur Verfügung stehenden Messmethoden kann die Aktivierung des Herzens über das vegetative Nervensystem und das Hormonsystem zuverlässig diagnostiziert werden. Dabei ist dieser Nachweis technisch äußerst anspruchsvoll und benötigt neben entsprechend empfindlichen Messgeräten auch eine qualitativ hochwertige Datenverarbeitung und Interpretation. So kann bei der Messung der Herzschlagvariabilität bereits die fehlerhafte Messung (Artefakt) nur eines Herztons das Ergebnis einer 5-Minuten-Messung um 450 % verändern. Mit hochwertigen Geräten welche auch in wissenschaftlichen Studien eingesetzt werden ist jedoch eine zuverlässige Messung mit hoher Aussagekraft möglich. Das bringt Sicherheit und diese Sicherheit braucht es auch für die Durchführung einer erfolgreichen Psychotherapie.

Verhaltenstherapie bei Non-Cardiac Chest Pain

Nach erfolgtem Nachweis der Belastung muss die Stressbelastung rasch reduziert werden. Hierfür empfehlen sich die nachweislich wirksamen Maßnahmen der kognitiven Verhaltenstherapie. Um auch einen nachhaltigen Therapieerfolg gewährleisten zu können setze ich die verhaltenstherapeutischen Techniken im Rahmen einer psychodynamischen Psychotherapie ein.

Psychodynamische Psychotherapie bei Non-Cardiac Chest Pain

In der psychodynamischen Psychotherapie geht es darum die emotionalen Hintergründe der Symptome zu verstehen. Dieses Verständnis ist wichtig um auch einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erzielen.

Medikamente bei Non-Cardiac Chest Pain

In der Regel sind für eine erfolgreiche Behandlung von Non-Cardiac Chest Pain keine Medikamente erforderlich. Bei ausgeprägten Symptomen kann eine Medikation dennoch sinnvoll sein um die Symptome möglichst rasch unter Kontrolle zu bringen und so für Entlastung zu sorgen. Psychotherapie wirkt üblicherweise innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten. Medikamente wirken hingegen innerhalb von Stunden bis Tagen. Der Einsatz von Medikamenten hängt also letztlich vom Leidensdruck ab.

Mein Behandlungsansatz

Patienten mit nicht Non-Cardiac Chest Pain sitzen in unserem Gesundheitswesen üblicherweise „zwischen den Stühlen“. Die Kardiologen sind nach dem sicheren Ausschluss einer körperlichen Herzerkrankung nicht mehr zuständig und die Psychotherapeuten welche fast immer Psychologen und keine Ärzte sind verstehen nichts vom Herzen. Als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit jahrelanger klinischer Tätigkeit in der Medizin und in der Psychosomatik kann ich die Symptomatik „von beiden Seiten“ betrachten und die richtige Behandlung einleiten. Dabei führe ich in meiner Praxis im Bedarfsfall eine differenzierte stressmedizinische Diagnostik durch auf die Sie sich auch verlassen können.