Erschöpfungsdepression

Erschöpfungsdepressionen sind an sich auch sehr gut behandelbar. Die Betroffenen finden aber aus verschiedenen Gründen oft nicht den Weg in eine professionelle Behandlung. So neigen gerade der leistungsbereite Menschen nicht zum Klagen, haben ein hohes Verantwortungsgefühl und eine hohe Selbstkontrolle. Die Betroffenen „funktionieren“ dann einfach weiter obwohl andere Menschen mit einem Bruchteil der Sypmptome bereits Hilfe suchen würden. Aufgrund der positiven Ausstrahlung der Betroffenen merken oft selbst Angehörige nichts von der Entwicklung. Laienhelfer wie Coachs sind für die Erkennung derartiger Zustände in keiner Weise ausgebildt und selbst Ärzte und Psychotherapeuten übersehen meiner Erfahrung nach häufig das Vorliegen einer Erschöpfungsdepression. Dies gilt besonders, wenn die Betroffenen nicht unter Antriebslosigkeit sondern Ruhelosigkeit leiden und sich selbst ihren Zustand nicht eingestehen wollen. Teilweise führt dies zu katastrophalen Entwicklungen wie man an den immer wieder vorkommenden Selbstmorden von sehr leistungsbereiten Menschen wie Marin Senn, Pierre Wauthier, Axel Widmer, Calogero Gambino, Chung Mong Hun, Adolf Merckle oder Heinz-Joachim Neubürger auf tragische Weise erkennen kann. Bei diesen Menschen handelte es sich – meines Wissens nach – nicht wie bei Robert Emke oder Robin Williams um Menschen mit einer vorbestehenden Depression, sondern um Menschen welche unter massiver Überlastung keinen anderen Weg mehr sahen. In Japan wird der „Tod durch Überarbeitung“ als „Karoshi“ bezeichnet. All diese Todesfälle wären durch eine professionelle Behandlung wohl verhinderbar gewesen.