Häufigkeit von psychischen Erkrankungen und Burnout

„Im Versorgungssystem ist insgesamt eine Zunahme der Diagnosen und Behandlungen im Zusammenhang mit psychischen Störungen zu beobachten. Die stationären Fälle nehmen ebenso zu wie die Psychopharmaka-Verordnungen oder die die krankheitsbedingten Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen. Gleichwohl deuten die Survey-Daten des Robert-Koch-Instituts darauf hin, dass die Erkrankungshäufigkeit an sich nicht zunimmt. Vielmehr scheinen die Verbesserung des diagnostisch-therapeutischen Angebots und eine partielle Enttabuisierung psychischer Störungen die vorhandene Krankheitslast sichtbar zu machen, was eine positive Entwicklung darstellt. (…) Bei der in den Medien oft hervorgehobenen Zunahme der Burnout-Fälle unter den Krankschreibungen ist (…) zu berücksichtigen, dass dies eine Zusatzdiagnose zu einer Grunderkrankung wie z.B. einer Depression ist und die entsprechende ICD-Ziffer Z73.0 lange Zeit kaum genutzt wurde, d.h. hier tritt auch ein Wandel des Kodierverhaltens in Erscheinung.“ (Nervenheilkunde 2019; 38: S. 462).