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Apps bei Stress, Burnout, Angst und Depression

„Der Markt für Gesundheitsapps jeglicher Natur boomt. Über 300.000 davon sollen inzwischen verfügbar sein, zahlreiche von ihnen versprechen Unterstützung für die Seele. Die oftmals positiven Ratings anderer Nutzer in den App-Stores täuschen aber über eine wichtige Tatsache hinweg: Für die allerwenigsten Anwendungen ist ein klinischer Nutzen erwiesen, und für wohl keine unter ihnen sind die langfristigen Folgen ihrer Nutzung abzuschätzen, seien sie positiver oder negativer Natur. Von 3.000 in einem App-Store verfügbaren Apps für die Psyche arbeiten laut einer Studie nur acht evidenzbasiert. Eine andere Übersichtsarbeit beleuchtete 1.000 Apps gegen Depressionen: Nur für 30 davon war die klinische Wirksamkeit in Studien belegt. Und die Qualität vieler Studien lässt offenbar zu wünschen übrig.“ (NZZ vom 10. Juli 2019, Apps gegen psychische Leiden bergen noch viele Risiken, Internationale Ausgabe, S. 34)

Häufigkeit von psychischen Erkrankungen und Burnout

„Im Versorgungssystem ist insgesamt eine Zunahme der Diagnosen und Behandlungen im Zusammenhang mit psychischen Störungen zu beobachten. Die stationären Fälle nehmen ebenso zu wie die Psychopharmaka-Verordnungen oder die die krankheitsbedingten Frühberentungen aufgrund psychischer Störungen. Gleichwohl deuten die Survey-Daten des Robert-Koch-Instituts darauf hin, dass die Erkrankungshäufigkeit an sich nicht zunimmt. Vielmehr scheinen die Verbesserung des diagnostisch-therapeutischen Angebots und eine partielle Enttabuisierung psychischer Störungen die vorhandene Krankheitslast sichtbar zu machen, was eine positive Entwicklung darstellt. (…) Bei der in den Medien oft hervorgehobenen Zunahme der Burnout-Fälle unter den Krankschreibungen ist (…) zu berücksichtigen, dass dies eine Zusatzdiagnose zu einer Grunderkrankung wie z.B. einer Depression ist und die entsprechende ICD-Ziffer Z73.0 lange Zeit kaum genutzt wurde, d.h. hier tritt auch ein Wandel des Kodierverhaltens in Erscheinung.“ (Nervenheilkunde 2019; 38: S. 462).

Stressbedingte Veränderungen

Übermäßiger Stress für auf Dauer zu zahlreichen psychischen und körperlichen Veränderungen. Diese Veränderungen sind mit den heute in der Stressmedizin zur Vefügung stehenden Methoden auch zuverlässig messbar.

Vegetatives Nervensystem

Im Rahmen von Stress kommt es typischerweise zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems. Diese Überaktivierung kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Herzrasen
  • Atembeschwerden
  • Blutdruckanstieg
  • innere Unruhe
  • Schwitzen
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen

Cortisolmangel

Zunächst führt Stress zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels. Bei dauerhafter Stressbelastung kann die Produktion von Cortisol aber nachlassen und es ensteht dann ein relativer Cortisolmangel. Ein Mangel an Cortisol kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Erschöpfung
  • Schwächegefühl
  • Tagesmüdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Niedrigem Blutdruck
  • Erniedrigtem Blutzucker
  • Salzhunger

Serotoninmangel

Serotonin ist der „Glücksbotenstoff“ im Gehirn und sinkt bei chronischer Stressbelastung häufig ab. Ein Mangel an Serotonin kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Innere Anspannung und Nicht-Abschalten-Können
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Gedrückte Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Veränderungen des Appetits und der sexuellen Lust
  • Verstärkte Schmerzwahrnehmung

Die Mangelzustände können mit den richtigen Maßnahmen ausgeglichen werden wodurch sich die Symptomatik meist rasch bessert. Hierzu eignen sich bestimmte Nährstoffe wie L-Tryptophan, bestimmte Vitamine, pflanzliche Präparate oder auch Medikamente. Die im Einzelfall sinnvollen Maßnahmen hängen dabei von dem nachgewiesenen Mangelzustand ab.

Zitat zu Burnout und Erschöpfung

„Durch die Leidenschaft lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.“

Nicolas Chamfort – DIE ZEIT vom 10.09.18, S. 3

Burnout und ärztliche Diagnosen

Aus ärztlicher Sicht kann sich dahinter sowohl eine Überlastungsreaktion als auch ein Erschöpfungssyndrom als auch eine Erschöpfungsdepression verbergen. Je nach dem was sich hinter dem Erschöpfungszustand verbirgt, ist auch eine andere Behandlung erfolgversprechend.

Was ist eine Überlastungsreaktion?

Unter massiver Stressbelastung kommt es zu einer Aktivierung des Organismus. Im Rahmen einer Überaktivierung kommt es typischerweise zu Symptomen wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Problemen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Die Symptome gehen nach Entlastung im Urlaub ohne weitere Maßnahmen aber wieder zurück. Eine Überlastungsreaktion ist keine Krankheit, sondern die Reaktion eines gesunden Menschen auf zu hohe Stressbelastung. 

Die Behandlung einer Überlastungsreaktion

Da es sich bei der Überlastungsreaktion um keine Krankheit handelt, ist hier weder eine Psychotherapie noch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Bei einer Überlastungsreaktion empfiehlt sich ein Coaching zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung. Auch Coaching gehört zum Leistungsspektrum meiner Praxis. Zusätzlich kann die Gabe bestimmter Nährstoffe oder bestimmter pflanzlicher Präparate sinnvoll sein um das Eintreten eines Erschöpfungssyndroms zu verhindern.

Was ist ein Erschöpfungssyndrom?

Wenn es wiederholt zu einer Überlastungsreaktion kommt oder der Überlastungszustand über längere Zeit anhält, kann sich aus der Überlastungsreaktion ein Erschöpfungssyndrom entwickeln. Ein Erschöpfungssyndrom klingt nach Beendigung der Überlastungsphase dann nicht mehr von selbst ab. Hier hat sich die andauernde Stressreaktion sozusagen „verselbstständigt“.

Für ein Erschöpfungssyndrom gibt es folgende Diagnosekriterien:

Leitsymptom:

  • Gefühl der körperlichen und psychischen Erschöpfung

Zusatzsymptome:

  • Schmerzen des Bewegungsapparats – insbesondere Rückenschmerzen
  • Schwindel
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Entspannungsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • Verdauungsstörungen

Das entscheidende Symptom ist das Gefühl der körperlichen und psychischen Erschöpfung. Zur Diagnose eines Erschöpfungssyndroms müssen jedoch noch mindestens zwei der genannten Zusatzsymptome vorliegen.

Da Erschöpfung auch im Rahmen zahlreicher anderer Erkrankungen vorkommen kann, ist die Diagnose eines Erschöpfungssyndroms immer durch einen entsprechend spezialisierten Arzt zu stellen. So können beispielsweise auch Schilddrüsenerkrankugen, Infektionserkrankungen oder Darmerkrankungen zu Erschöpfungszuständen mit entsprechenden Zusatzsymptomen führen. Diese Erkrankungen müssen deshalb zunächst mit geeigneten Verfahren ärztlich ausgeschlossen werden.

Zudem ist es von hoher Bedeutung ein Erschöpfungssyndrom von einer Erschöpfungsdepression zu unterscheiden da eine Erschöpfungsdepression deutlich gefährlicher ist und andere Behandlungsmaßnahmen erfordert.

Die Behandlung eines Erschöpfungssyndroms

Bei einem Erschöpfungssyndrom handelt es sich um eine Krankheit. Hier ist ein Coaching nicht mehr ausreichend da eben auch eine komplette Entlastung nicht mehr zur Abheilung der Symptome führt. Bloße Maßnahmen zur Stressreduktion oder zur Verbesserung der Stressbewältigung reichen hier also nicht mehr aus.

Bei einem Erschöpfungssyndrom empfiehlt sich im Allgemeinen eine psychotherapeutische Behandlung. Im Bedarfsfall kann die psychotherapeutische Behandlung mit einer sorgsam ausgewählten Medikation unterstützt werden. Eine ergänzende medikamentöse Behandlung empfiehlt sich insbesondere bei sehr ausgeprägten Symptomen und beim Vorliegen von Schlafstörungen.

In der Psychotherapie arbeite ich zu Beginn mit Maßnahmen der kognitiven Verhaltenstherapie um eine möglichst rasche Abheilung der Symptome zu erreichen. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen greifen meiner Erfahrung nach jedoch für einen dauerhaften Behandlungserfolg oft zu kurz. Ich integriere deshalb die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen in eine grundsätzlich psychodynamische Psychotherapie. Die psychodynamische Psychotherapie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung der hinter den Symptomen stehenden Emotionen.

Durch diese Kombination von Maßnahmen lassen sich die Symptome eines überlastungsbedingten Erschöpfungssyndroms sowohl rasch als auch nachhaltig behandeln

Was ist eine Erschöpfungsdepression?

Bei einer Erschöpfungsdepression kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Erschöpfung
  • Antriebsmangel
  • gedrückter Stimmung
  • Interessenverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Selbstwertzweifel
  • Schuldgefühle
  • Pessimismus
  • Schlafstörungen
  • Appetitmangel oder Heißhunger

Dabei können die Symptome eines Erschöpfungssyndroms ebenfalls vorhanden sein.

Die Behandlung einer Erschöpfungsdepression

Bei einem Erschöpfungssyndrom äußern sich die Symptome vorwiegend körperlich, bei einer Erschöpfungsdepression vorwiegend psychisch. Die Behandlungsmaßnahmen sind bei beiden Krankheitsbildern ähnlich. Auch bei einer Erschöpfungsdepression ist eine umgehende psychotherapeutische Behandlung erforderlich, welche im Bedarfsfall durch eine geeignete Medikation unterstützt werden sollte.

Stressmedizin bei Burnout

Durch eine lang andauernde Stressbelastung kann es zu verschiedenen Anpassungsprozessen des Organismus kommen. Die Reaktion auf eine hohe Stressbelastung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt auch von der Genetik und der individuellen Vorerfahrung ab. So reagiert ein Individuum auf Stress mit einem Anstieg des Stresshormons Cortisol, bei einem anderem fällt die Konzentration von Cortisol unter Stress aber ab. Andere Menschen reagieren wiederum überhaupt nicht mit der Cortisol-Achse. Bei diesen Menschen fällt dann beispielsweise die Serotoninkonzentration im Gehirn ab oder es kommt zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems. Es gibt also auf physiologischer Ebene kein „allgemeines Anpassungssyndrom“ (general adaption syndrome) wie es zunächst vom Begründer der Stresskonzepts Hans Selye angenommen wurde. Auch im psychischen Bereich gibt es keine spezifische Reaktion auf Stress und jeder Mensch reagiert unterschiedlich.

Die hormonellen und vegativen Veränderungen lassen sich aus den vorliegenden Symptomen nicht erschließen. Mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken lassen sich die stressbedingten Veränderungen aber zuverlässig messen. Die Messung dieser Veränderungen ermöglicht dann eine deutlich individuellere Behandlung. So gibt es Nährstoffe, naturheilkundliche Präparate oder Medikamente, welche das Cortisol erhöhen oder absenken. Es gibt aber auch Präparate, welche die Serotoninkonzentration im Gehirn erhöhen oder das vegetative Nervensystem beruhigen. Auch die psychotherapeutischen Maßnahmen zur Verbesserung der Stressbewältigung können auf die im Einzelfall vorliegenden Veränderungen abgestimmt werden und so an Wirksamkeit gewinnen.

Die Messung der im Einzelfall veränderten Parameter ermöglicht eine deutlich spezifischere Behandlung.

Im Rahmen der stressmedizinischen Diagnostik besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit Prof. Hellhammer und dem Forschungsinstitut daacro in Trier. Teilweise arbeite ich auch mit dem von Prof. Hellhammer entwickelten Testkit Neuropattern. Dabei kann die gesamte Neuropattern-Diagnostik in der Praxis in München durchgeführt werden.

Allgemein empfehlen sich bei zu hoher Stressbelastung Maßnahmen zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung.

In Folge der stressmedizinischen Diagnostik können aber noch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden mit deren Hilfe sich der Heilungsprozess oft deutlich beschleunigen lässt:

  • Nährstoffe wie L-Tryptophan
  • Pflanzliche Präparate wie Rhodiolan
  • Spezifische Medikamente wie Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Burnout, E-Mails und Beschleunigung

„E-Mails sind schneller und billiger als handgeschriebene Briefe. Weil das so ist, schreiben die Menschen sehr viel E-Mails. Laut einer Studie des McKinsey Global Institute verbringt der durchschnittliche Büroangestellte inzwischen rund einen Drittel seiner Arbeitszeit damit E-Mails zu verarbeiten. Um dem Problem zu begegnen, wird die Digitalisierung vorangetrieben, werden neue elektronische Kommunikationskanäle geschaffen. Das ist, als wollte man Feuer mit Benzin löschen.“ Stefan Betschon, NZZ vom 29.11.2017, S. 19

Zitat zum Zeitsyndrom

„Einst hatten wir Zeit. Ich weiss nicht, wer sie uns genommen hat. Ich weiss nicht, wessen Sklaven wir sind. Wir leben wie die Ameisen, drüben im Abendland.“ (Max Frisch)

Stressbewältigung oder Stressreduktion?

Die meisten Behandlungsangebote bei Stress und Burnout zielen auf eine Verbesserung der Stressbewältigung. Hierzu werden fast ausnahmslos verhaltenstherapeutische Behandlungstechniken wie Stressmanagement, Achtsamkeit, Zeitmanagement, kognitive Therapie oder Problem-/Emotionsregulierendes Coping eingesetzt. Auch im Coaching wird üblicherweise mit diesen Techniken und Zielsetzungen gearbeitet wenn diese oft auch anders genannt werden. Letztlich wird bei all diesen Angeboten meist unausgesprochen davon ausgegangen, dass sich die äußere Belastung ohnehin nicht reduzieren lässt und deshalb die Veränderung bei der gestressten Person zu erfolgen hat. Dieses stark individualisierte Stressverständnis entspricht dem heutigen gesellschaftlichen Mainstream, ist so aber keineswegs selbstverständlich. So betrachtete der bekannte Stressforscher Lennart Levi Stress in den 70er Jahren als ein Mismatch zwischen der Person und deren Umwelt und versuchte möglichst an der beruflichen und privaten Umwelt anzusetzen um die Stressbelastung für das Individuum zu reduzieren. Heute wird hingegen der Arbeitsstress als gegeben hingenommen und der Umgang damit – selbst bei den unmöglichsten Arbeitsbedingungen – an den Betroffenen „delegiert“. In der Stressbewältigung geht es – schon allein dem Wort nach – nicht darum die Überlastungssituation zu beenden, sondern mit der vorhandenen Belastung bzw. Überlastung anders umzugehen. Meine therapeutische Zielsetzung ist es hingegen nicht nur eine vorhandene Überlastungssituation besser zu bewältigen, sondern die Überlastungssituation tatsächlich zu beenden oder zumindest zur Ausnahme zu machen. Das ist ein entscheidender qualitativer Unterschied in der Zielsetzung mit erheblichen Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit des Behandlungserfolgs.

Beispiel:

Ein Fließbandarbeiter kommt zunehmend unter Stress da er ohnehin schon schnell arbeitet, das Fließband von Tag zu Tag aber schneller gestellt wird, ihm hierdurch zunehmend Fehler unterlaufen, er sich hierdurch schlecht fühlt, nicht mehr gerne zur Arbeit geht, über die Möglichkeit eines anderen Jobs nachgrübelt und sich auch darum sorgt, dass die Fehler auffallen und er zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

Stressbewältigung

Die üblichen Angebote zur Stressbewältigung würden jetzt an dem Arbeiter ansetzen. Er könnte die Situation so akzeptieren wie sie ist und diese nicht bewerten, er könnte die Situation nicht als Ärgernis sondern als Herausforderung begreifen, sich zwischen den Arbeitsphasen entspannen, mit Fehlern leben lernen, die Fehler an sich selbst akzeptieren, die Ansprüche an die eigene Person senken, nicht mehr grübeln und als Ausgleich für den frustrierenden Beruf Zufriedenheitserlebnisse im Privatleben suchen. Das mag im Fall des beschriebenen Fließbandarbeiters fast schon zynisch klingen, dennoch arbeiten – bei genauerer Betrachtung – fast alle Angebote zur Stressbewältigung in diesem Modus. Letztlich geht es in der Stressbewältigung um eine Anpassung an offensichtlich als unveränderbar vorausgesetzte Umweltbedingungen. Wenn man noch den Hintergrund bedenkt, dass aufgrund gesellschaftlichen Rahmenbedingungen „das Fließband“ mit der Zeit immer schneller laufen muss, dann zeigt sich an dem Beispiel auch wie systemimmanente, strukturelle Missstände „wegindividualisiert“ werden können (Andreas Hillert, Miachel Marwitz: Die Burnout-Epidemie. München, 2006, S.251 und Ulrich Beck: Risikogesellschaft. Frankfurt am Main 1986, S. 149).

Video von Prof. Hartmut Rosa: Achtsamkeit und Selbstbezogenheit – Kritischer Blick auf einen Trend. Vortrag vom 27.10.2016 (Direkter Bezug auf Achtsamkeit ab der 40. Minute)

Stressreduktion

Die Stressreduktion hat hingegen das Ziel, vorhandenen Stress nicht nur besser zu bewältigen, sondern tatsächlich abzubauen. Dabei entsteht Stress aber tatsächlich nicht nur durch die äußeren Ereignisse, sondern auch durch die innere Bewertung. Deshalb gehört natürlich auch die Verbesserung der Stressbewältigung zu einer erfolgreichen Stressreduktion. Eine erfolgreiche Stressreduktion geht aber deutlich darüber hinaus. Stress entsteht durch eine Fehlpassung zwischen dem Individuum und seiner Umgebung. Diese Fehlpassung kann – wie in dem obigen Beispiel – nur die Quantität im Sinne der Arbeitsmenge betreffen, sie kann aber auch die Qualität der Arbeit oder die gesamten Rahmenbedingungen betreffen. Man spricht hier auch von „Person-Environment-Misfit“.

„Man kann sich einen Person-Environment-Misfit wie ein schlecht sitzendes Kleidungsstück vorstellen, das einerseits spannt und kneift, andererseits sensible Körperpartien ungeschützt lässt.“ (Matthias Burisch: Das Burnout-Syndrom. 5. Auflage. Heidelberg 2014, S. 94.)

Ziel einer erfolgreichen Stressreduktion ist deshalb die Passung zwischen Person und Umwelt zu verbessern wodurch die Stressbelastung sinkt. Im besten Fall entsteht hierdurch ein „Maßanzug“.

Beispiel:

In dem Beispiel des Arbeiters könnte also sowohl der Stress durch den Arbeiter besser bewältigt werden als auch die Geschwindigkeit des Fließbandes reduziert werden. Dabei ist die Macht des Arbeiters über die Geschwindigkeit des Fließbandes mit den richtigen strategischen Kniffen möglicherweise deutlich höher als er denkt. Falls dies tatsächlich nicht geht, könnte der Arbeiter auch über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken. Dabei würde es aber nicht darum gehen nur gedanklich um das Problem zu kreisen, sondern tatsächlich das Problem zu lösen. Ziel wäre es letztlich – auf welchem Weg auch immer – die Passung zwischen dem Fließbandarbeiter und seinem Arbeitsplatz zu verbessern und so den Stress nachhaltig zu reduzieren. Das Mismatch kann natürlich genauso im privaten Bereich sein oder private und berufliche Passungsschwierigkeiten können miteinander in Wechselwirkung stehen.

Natürlich hat ein Fließbandarbeiter üblicherweise weniger Handlungsmacht über seine Arbeitsbedingungen und auch weniger Handlungsoptionen als eine Führungskraft oder ein selbstständiger Unternehmer. Interessanterweise setzen die Programme zur Stressbewältigung aber auch bei Unternehmern, hohen Führungskräften und Selbstständigen regelhaft an der Stressbewältigung und nicht an der Stressreduktion an.

Das Modell der Passungsverbesserung zur Stressreduktion setzt letztlich deutlich umfassender an der Stressbelastung an als die üblichen Angebote zur Verbesserung der Stressbewältigung. Dabei sind sämtliche  Maßnahmen zur Verbesserung der Stressbewältigung auch Teil einer erfolgreichen Stressreduktion.

Stressreaktion

Die Stressreaktion entsteht im Gehirn und wird durch die innere Bewertung äußerer Reize ausgelöst. Im Falle einer Aktivierung wird der Organismus „bis zur letzten Zelle“ über das Nerven- und Hormonsystem in einen Alarmzustand versetzt. Die individuelle Form und das Ausmaß der Stressreaktion lässt sich mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken zuverlässig messen.

Was versteht man unter einer „Stressreaktion“?

Die sog. Stressreaktion wurde vom Begründer der Stresskonzepts Prof. Hans Selye erforscht und erstmals beschrieben. Selye setzte Versuchstiere unterschiedlichen Extrembelastungen aus. Bei den Belastungen handelte es sich um Reize wie Infektion, Vergiftung, Trauma, nervöse Beanspruchung, Hitze, Kälte, Muskelanstrengung oder Röntgenstrahlung. Selye beobachtete eine unabhängig von der Art des Reizes immer gleich ablaufende körperliche Reaktion und bezeichnete diese unspezifische Reaktion auf Stress 1952 als „General Adaption Syndrome“.

Die körperliche Stressreaktion verläuft nach Selye in folgenden drei Phasen:

  1. Alarmreaktion (alarm reaction)
    Sympathische Aktivierung, erhöhte Konzentration von Adrenalin und Noradrenalin, ACTH und Cortisol
  2. Widerstandsphase (stage of resistance)
    Erhöhung des Zuckerstoffwechsels, Steigerung der Empfindlichkeit der Gefäßmuskulatur für Adrenalin und Noradrenalin, Dämpfung von Schilddrüsen- und Sexualfunktion
  3. Erschöpfungsphase (stage of exhaustion)
    Zusammenbruch von Reproduktions- und Wachstumsfunktionen sowie der Infektionsabwehr, nur noch kurzzeitige Energiemobilisierung möglich, Vergrößerung der Nebenniere, Schrumpfung der Thymusdrüsen, Bildung von Magengeschwüren

Selye weist darauf hin, dass nur bei chronischen Belastungen alle drei Phasen durchlaufen werden, während die typischen Alltagsbelastungen meist nur die Alarmreaktion oder die Alarmreaktion und die Widerstandsphase auslösen.

Seit der Erstbeschreibung der Stressreaktion von Selye in den 50er Jahren wurde die Pathophysiologie der Stressreaktion immer weiter erforscht. So wurden die Untersuchungen von Selye vorwiegend an Versuchstieren durchgeführt und die Befunde sind aus heutiger Sicht relativ grob. Mit den heute zur Verfügung stehenden Untersuchungstechniken lässt sich die Stressreaktion deutlich differenzierter messen.

Stress entsteht im Gehirn

Der Einfluss von Stress auf körperliche und psychische Prozesse ist erheblich. Dabei entsteht Stress im Gehirn. Wenn die vorhandenen Bewältigungsmechanismen subjektiv nicht der anstehenden Herausforderung entspricht entsteht Stress. So kann ein und derselbe Reiz für die eine Person eine angenehme Herausforderung darstellen und für eine andere Person eine Bedrohung. So würde ein fremdsprachiger Vortrag vor einem Fachpublikum bei vielen Menschen Angst und damit Stress auslösen. Es gibt aber Menschen für die ein derartiger Vortrag keine relevante Belastung darstellt, dafür kraust es diesen Menschen möglicherweise vor dem abendlichen Gespräch mit der Ehefrau. Ein Gespräch mit der Ehefrau würde für einen anderen Menschen aber wiederum keine relevante Belastung darstellen. Stress ist also individuell.

Stress ist ein Ganzkörperphänomen

Unabhängig davon wie der Stress im Gehirn entsteht, führt Stress auf körperlicher Ebene zu verschiedensten Veränderungen. Letztlich ist Stress ein Ganzkörperphänomen von welchem die verschiedensten körperlichen und psychischen Prozesse beeinflusst werden. Auf psychischer Ebene führt Stress zu typischen Symptomen und Verhaltensänderungen. Auf körperlicher Ebene beeinflusst Stress vorwiegend das Hormonsystem, das vegetative Nervensystem und das Immunsystem. Über die Beeinflussung der verschiedenen Systeme führt Stress zu den unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Symptomen. Oft wird der Zusammenhang zu Stress übersehen und es erfolgt gar keine oder nur eine symptomatische Behandlung. Unbehandelter Stress kann auf Dauer zu verschiedenen körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Auf körperlicher Ebene führt Stress bei entsprechender Anlage oft zu Magengeschwüren, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit. Auf psychischer Ebene kann Stress zu einem Erschöpfungszustand und bei entsprechender Anlage zu einer Depression oder einer Angsterkrankung führen.

Auswirkungen von Stress auf Psyche und Verhalten

Es kommt zu Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kreativität, nervösem unruhiges Verhalten, hastigem Sprechen und Essen, Ruhelosigkeit, Entscheidungsschwierigkeiten, Kommunikationsschwierigkeiten, Multitasking, Aktivismus, mangelnder Planung, Unordnung, Schwierigkeiten im Zeitmanagement, „nicht fertig werden“, Arbeit mit nach Hause nehmen, Ineffizienz, Nicht-Abschalten-Können, Verzicht auf Urlaub, Reduktion der Freizeit, Vernachlässigung von Partnerschaft und Familie, Verzicht auf Bewegung, unkontrolliertem Essen und Rauchen, vermehrtem Alkoholkonsum, übermäßigem Kaffeegenuss, Einnahme von Schmerztabletten, Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Aufputschmitteln, ständiger Sorge und „Zukunftsdenken“, sich gehetzt und unter Druck fühlen, Gedankenkreisen und Grübeln, nächtlichem Denken an berufliche Inhalte, Denkblockade („black out“), innerer Leere, Angst, Erschöpfung, innerer Unruhe und Anspannung, Reizbarkeit und Aggression, Stimmungsschwankungen, Unzufriedenheit und gedrückter Stimmung.

Auswirkungen von Stress auf das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem durchzieht den ganzen Körper und beeinflusst verschiedene Organe wie das Herz, den Darm und die Haut. Das vegetative Nervensystem ist durch den Willen nicht beeinflussbar und heißt deshalb auch „autonomes Nervensystem“. Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Komponenten welche gleichzeitig aktiv sind. Ein Teil (der sog. Sympathikus) sorgt für Anspannung, der andere Teil (Parasympathikus) für Entspannung. Stress führt zu Anspannung und bei dauerhafter Anspannung „kippt“ das vegetative Nervensystem hierdurch in einen Modus der Überaktivierung des Sympathikus. Hierdurch kommt es zu Herzrasen, Blutdruckanstieg, beschleunigte Atmung, gereizten Magen oder Durchfall. Auf psychischer Ebene geht ein derartiger Erregungszustand mit einer Fokussierung der Aufmerksamkeit, einer erhöhten Reizbarkeit und Wachheit einher. Dies ist die Vorbereitung für einen bevorstehenden Kampf oder eine Flucht. Diese übermäßige Aktivierung ist für Körper und Psyche nur kurzfristig ohne Schaden. Auf Dauer führt die Überaktivierung zu verschiedensten körperlichen und psychischen Symptomen und Erkrankungen. In der Evolution war eine Stresssituation aber üblicherweise nur vorübergehend und hierdurch auch nicht schädlich. Heute halten Stresssituationen oft an. So kann sich eine Arbeitsplatzbelastung oder ein Beziehungskonflikt jeden Tag wiederholen. Früher konnten Ärzte auf die Aktivierung des vegetativen Nervensystems nur anhand der Symptome schließen. Seit wenigen Jahren ist es mit Hilfe der Bestimmung der Herzschlagvariabilität möglich den Aktivierungsgrad des vegetativen Nervensystems direkt zu messen. Das Verfahren ist jedoch technisch durchaus anspruchsvoll. Messung per App oder mit einfachen Brustgurten sind nicht aussagefähig. Die Ableitung muss immer mit mehreren Elektroden erfolgen da nur ein einzelner falsch gemessener Herzschlag (Artefakt) das Ergebnis um 450 % verändert. In meiner Praxis messe ich die Herzschlagvariabilität über 5 Minuten mit einem hochwertigen Gerät welches auch in der Forschung verwendet wird. Anschließend werden die Daten mit hochwertiger Software verarbeitet wodurch sich der Aktivierungsgrad des vegetativen Nervensystems sicher bestimmen lässt. In bestimmten Fällen empfehle ich auch eine Messung der Herzschlagvariabilität über Nacht.

Auswirkungen von Stress auf das Hormonsystem

Stress hat erhebliche Auswirkungen auf das Hormonsystem. Über einen komplexen Regelmechanismus des Gehirns führt Stress zu einer Ausschüttung von Cortisol aus der Nebennierenrinde. Unter hoher Stressbelastung kommt es zunächst zu einer vermehrten Freisetzung von Cortisol aus der Nebennierenrinde. Cortisol führt als Hormon zu zahlreichen körperlichen und psychischen Veränderungen wie Gewichtszunahme, Anstieg des Blutzuckers, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Bei längerer Erhöhung von Cortisol kann es zu einer eingeschränkten Empfindlichkeit der Cortisol-Rezeptoren im ganzen Körper kommen. Zudem ist es möglich, dass die Nebennierenrinden nur eingeschränkt Cortisol produzieren. Dies nennt man Nebenniereninsuffizienz oder Morbus Addison. Die Nebenniereninsuffizienz kommt jedoch äußerst selten vor und ein Zusammenhang mit übermäßiger Stressbelastung wird in der Literatur nicht beschrieben. Das von Alternativmedizinern oft propagierte und mit fraglichen Methoden laborchemisch nachgewiesene Konzept der „adrenal fatigue“ ist deshalb beim heutigen Stand des Wissens nicht zielführend. Die Störungen der sog. HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse) sind deutlich komplexer. Es handelt sich in der Regel nicht einfach um eine „Schwäche der Nebennierenrinde“, sondern um eine komplexe Störung des hormonellen Regelkreises. Für eine Messung des Regelkreises muss am Vorabend eine kleine Dosis Cortison eingenommen und am nächsten Morgen die Cortisol-Aufwachreaktion gemessen werden (Dexamethason-Hemmtest). Insgesamt ist die Messung von Dysfunktionen der HPA-Achse mit heutigen Methoden zwar möglich aber durchaus aufwendig. Die meisten mir vorgelegten Laborbefunde sind Einzelmesswerte welche mit fraglichen Normbereichen. Für eine belastbare Messung müssen mindestens 6 Messungen pro Tag über zwei Tage durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind dann auf qualitativ hochwertige Normwerte zu beziehen (Cortisol-Tagesprofil). Die Messung von Cortisol ist aufgrund der eingeschränkten Aussagekraft jedoch nur in Ausnahmefällen empfehlenswert. So empfehle ich die Messung von Cortisol meist nur bei diagnostisch unklaren Erschöpfungszuständen („chronic fatigue syndrome“). Neben der HPA-Achse beeinflusst Stress auch Wachstums- und Geschlechtshormone. So sinkt bei Affen im Tierversuch bei zunehmendem Stress durch zu hohe Dichte im Käfig das Testosteron mit resultierender Einschränkung der Fruchtbarkeit. Dies ist evolutionär ja für die Gruppe auch sinnvoll da bei zu hoher Populationsdichte zusätzliche Nachkommen für Knappheit und zusätzlichen Stress sorgen würden. Bei Frauen verschiebt oder verändert sich bei Stress oft die Regelblutung. Bei extremer Stressbelastung kann die Regelblutung auch ganz ausbleiben. Auch bei der Frau sinkt unter Stress die Fruchtbarkeit. Auch die Veränderungen der Geschlechtshormone lassen sich mit heutigen Methoden messen. Meist lässt sich aber auch ohne Messung aus den Symptomen auf die hormonellen Veränderungen schließen.

Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem

Die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem sind erheblich. Nicht umsonst setzt man das Stresshormon Cortisol in Form von Cortison medizinisch zur Unterdrückung des Immunsystems ein. Die Zusammenhänge zwischen Stress und Immunsystem wurden Jahrzehnte von der Medizin gar nicht gesehen. Erst in den letzten 10 Jahren hat sich hier ein erhebliches Wissen angesammelt und sich das neue Spezialgebiet der Psychoneuroimmunologie entwickelt. Unter Berücksichtigung der heutigen Forschungsergebnisse sind Nervensystem und Immunsystem eigentlich gar nicht voneinander zu trennen. Das Immunsystem reagiert bei psychischen Veränderungen unmittelbar mit. So untererdrückt das Immunsystem unter Belastung üblicherweise die Immunantwort auf Krankheitserreger wie Viren und Bakterien. Es ist ja auch nicht sinnvoll unter Fieber und Krankheitsgefühl zu leiden während man mit einem Säbelzahntiger kämpft. Die Immunantwort kommt erst nach Ende der Stressbelastung in der Phase der Erholung. So wundern sich zahlreiche Patienten, dass sie nicht während der Stressbelastung, sondern erst im anschließenden Urlaub krank wurden. Dauerhafter Stress kann aber noch deutlich bedrohlichere Folgen haben als Infektionskrankheiten in Phasen der Erholung. Auf Dauer kann Stress zu einer übermäßigen Immunantwort oder einer fehlerhaften Immunantwort führen. So kann Stress bei entsprechender Anlage zu Autoimmunkrankheiten, Allergien und Krebserkrankungen führen. Diese Zusammenhänge sind vielen genau beobachtenden Ärzten seit Jahrzehnten und Jahrhunderten bekannt. Die Psychoneuroimmunologie entschlüsselt nun aber den dahinterstehenden Mechanismus. Als Allergologe und Facharzt für Psychosomatische Medizin bestimme ich bei entsprechenden Fragestellungen auch bestimmte Immunparameter um die Funktionsfähigkeit des Immunsystems und die daraus entstehenden gesundheitlichen Risiken besser einschätzen zu können.

Lässt sich die Stressreaktion „bremsen“?

Dies ist eine häufige Frage. Bereits eingetretene körperliche Erkrankungen wie ein manifester Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit lassen sich oft nicht mehr im Sinne einer Heilung beeinflussen. Hier besteht die Zielsetzung das Fortschreiten der Erkrankung und das Auftreten von anderen Erkrankungen zu verhindern. Auch bei Allergien und Autoimmunerkrankungen gibt es nicht wirklich „einen Rückwärtsgang“. Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen bilden sich jedoch regelhaft nach erfolgreichem Stressabbau auch tatsächlich vollständig zurück. Eine Heilung ist also am ehesten möglich so lange es sich noch um Symptome und nicht um Erkrankungen handelt. Ähnlich verhält es sich mit den mit Stress in Verbindung stehenden psychischen Erkrankungen. So heilt ein durch Stress verursachter Erschöpfungszustand nach erfolgreichem Stressabbau meist folgenlos aus. Eine durch Stress ausgelöste Depression ist hingegen deutlich schwerer und langwieriger zu behandeln. Bei stressbedingten Symptomen und Erkrankungen sollte deshalb möglichst früh und möglichst ursächlich in den Krankheitsprozess eingegriffen werden.