• Agoraphobie richtig behandeln

Bei Agoraphobie kommt es zu einem ausgeprägten Meidungsverhalten

Bei Agoraphobie kommt es zu einer starken Angst vor öffentlichen Situationen mit weiten Plätzen, geschlossenen Räumen, Menschenansammlungen oder Reisen. In den Situationen kommt es zu Panikattacken mit körperlichen Symptomen wie Herzschmerzen oder Atemnot. Die Angst kann sich bis zur Todesangst steigern.

Meist kommt es dann zu einem Meidungsverhalten wobei sich die Ängste immer mehr ausweiten. Erst betrifft die Angst nur die Warteschlange im Supermarkt, dann kommt das Autofahren, dann das Kino. Im Extremfall kann irgendwann die eigene Wohnung kaum mehr verlassen werden.

Agoraphobie lässt sich psychotherapeutisch ausgezeichnet behandeln. Die Symptome bessern sich oft schon erheblich im Rahmen einer Kurzzeittherapie. Sie können Sie Ihre Einschränkungen überwinden und sich wieder frei bewegen.

Agoraphobie Behandlung in München: Beispiele aus unserer Praxis

Ein 42-jähriger leitender Angestellter leidet unter Panikattacken. Die Panik tritt unvorhersehbar in zahlreichen Situationen auf. Der Patient zieht sich immer mehr nach Hause zurück und spielt viel Computer um sich von seinen Ängsten abzulenken. Am Arbeitsplatz staut sich die Arbeit und der Arbeitgeber versucht den Patienten loszuwerden. Die berufliche und private Situation eskaliert zunehmend. Was tun?

Ein 50-jähriger Autor hat Versagensängste, zieht sich deshalb von anderen Menschen zurück und versucht alles von zu Hause zu erledigen. Trotz Familie vereinsamt er zunehmend und traut sich nun kaum mehr heraus. Er hat Angst vor der Öffentlichkeit. Die Angst steht ihm wie eine Wand im Weg. Die beruflichen Chancen ziehen vorbei. So kann es nicht weitergehen.

Eine 35-jährige Mediendesignerin träumt von großen Radtouren und Reisen in ferne Länder. Immer wenn Sie dann endlich loslegen will, bekommt sie jedoch so starke Angst, dass sie nicht starten kann. Dann tut sie sich auch mit kleinen Reisen immer schwerer. Der Aktionsradius wird so immer kleiner. So ist das Leben aber für sie frustrierend. Wie soll es weitergehen?

Die Beispiele stehen für unsere tägliche Arbeit. Die genannten Krankheitsgeschichten sind anonymisiert und biographisch verändert.

Unsere Agoraphobie Therapie in München

In unserer Praxis für Psychosomatik und Psychotherapie in München klären wir im ersten Schritt die Ursache Ihrer Beschwerden. Die ärztliche und psychotherapeutische Abklärung erfolgt dabei auf höchstem Niveau “aus einer Hand”. So wissen Sie innerhalb kürzester Zeit was Sie haben und was Sie dagegen tun können.

Häufig tritt Agoraphobie im Rahmen von Panikstörungen auf. Dabei gehen die Panikattacken der Agoraphobie meist voraus. Die Agoraphobie ist also die Folge der Panikstörung und entsteht durch das angstbedingte Meidungsverhalten. Agoraphobie kann aber auch im Rahmen von generalisierten Angststörungen oder Depressionen vorkommen. Entsprechende Beispiele für Angsterkrankungen finden Sie unter Angststörungen behandeln in München. Auch körperliche Erkrankungen können über die Entwicklung von Panikattacken zu einer Agoraphobie führen.

Im Rahmen von Panikattacken und Agoraphobie treten sehr häufig auch erhebliche psychosomatische Symptome auf.

In der Praxis in München wird im Rahmen der diagnostischen Abklärung erst einmal die Ursache der Agoraphobie geklärt. Anschließend kann die Behandlung geplant und das individuell passende Verfahren gewählt werden. So gibt es unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren zur Behandlung von Panikstörungen. Das in Ihrem Fall passende Verfahren klärt sich am besten im Rahmen der Vorgespräche.

In unserer Praxis arbeiten wir im Verfahren der psychodynamischen Therapie. Die Zielsetzung ist ein rascher und dennoch nachhaltiger Behandlungserfolg. Durch die psychodynamische Therapie können die Gründe für das Auftreten der Agoraphobie verstanden werden. Gerade dieses Verständnis der Symptome ist oft der Schlüssel für einen nachhaltigen Behandlungserfolg. Im Bedarfsfall setzen wir ergänzend auch verhaltenstherapeutische Techniken ein. Reine Verhaltenstherapie gehört jedoch nicht zum Behandlungsangebot der Praxis.

Im Bedarfsfall kann die psychotherapeutische Behandlung durch eine sorgsam ausgewählte Medikation unterstützt werden. Dabei sind wir in Bezug auf die Gabe von Medikamenten eher zurückhaltend und da eine symptomunterdrückende Medikation einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung auch im Weg stehen kann. Sehr sinnvoll und hilfreich kann hingegen eine vorübergehende Bedarfsmedikation mit schnell und kurzzeitig wirksamen Angstlösern (Anxiolytika) sein.

Unsere Praxis befindet sich in München. Die Termine können persönlich oder online per Videosprechstunde wahrgenommen werden.

Ein paar Worte über mich

Dr. med. Robert Willi

Als Facharzt und Psychotherapeut verfüge ich sowohl über eine ärztliche als auch über eine psychotherapeutische Ausbildung. Nach mehreren Stationen in Ambulanzen und Kliniken habe ich mich 2013 als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie privatärztlich in München niedergelassen und behandle Patienten mit psychosomatischen Symptomen, Angst, Burnout und Depression.

Ein paar Worte über mich

Dr. med. Sabine Willi

Als Fachärztin und Psychotherapeutin habe ich in verschiedenen Fachbereichen von Kliniken und Praxen gearbeitet. Anschließend habe ich mich auf die psychodynamische Psychotherapie spezialisiert und behandle Patienten mit psychosomatischen Symptomen, Burnout und Depression.

Definition: Was versteht man unter einer Agoraphobie?

Die Agoraphobie ist die häufigste Phobie und bezieht sich auf den Aufenthalt auf Straßen, Plätzen oder überhaupt in der Öffentlichkeit. Ein besonders Problem stellen oft Versammlungen wie Vorträge, Konzerte, Theater oder Vorlesungen dar. Die Agoraphobie tritt auf, wenn das Haus allein verlassen werden soll, aber auch beim Warten in Schlangen, in Läden oder in der U-Bahn.  Die Angst bezieht sich darauf, in Ohnmacht zu fallen, und ist meistens von starken vegetativen Symptomen wie Herzrasen oder Schwitzen begleitet. Dabei kann die Angst durch Begleitung anderer Personen oder bestimmter Gegenstände oft verringert werden. Typischerweise werden die angstbesetzten Situationen dann gemieden.

Agoraphobie erkennen: Ursache der Symptome klären

Bei der diagnostischen Abklärung von Agoraphobie sind zunächst immer bestimmte körperliche Erkrankungen auszuschließen, welche über die Entwicklung von Panikattacken zu einer Agoraphobie führen können. Hier sind insbesondere Schilddrüsenerkrankungen, Nebenschilddrüsenerkrankungen, Unterzucker, Kaliummangel, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen und neurologische Erkrankungen zu beachten.

Im zweiten Schritt ist das Störungsbild auf psychischer Ebene zu klären. So kann Agoraphobie nicht nur im Rahmen von Angsterkrankungen, sondern auch im Rahmen von Depressionen auftreten. Auch bei oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente oder Drogen (v.a. Benzodiazepine, Kokain, LSD) kann es über die Entwicklung von Panikattacken zu einer Agoraphobie kommen. Wichtig ist auch der Ausschluss eines ADHS bzw. eines ADS.

Im dritten Schritt wird versucht, die psychodynamischen Ursachen der Agoraphobie zu klären. Bei Patienten mit Agoraphobie gelingt diese Klärung meist rasch. Allein durch das Verstehen der Ursachen stellt sich dann oft auch das Gefühl der Kontrolle wieder ein. Anschließend kann dann mit der Behandlung begonnen werden.

Symptome von Agoraphobie

Die Agoraphobie zeichnet sich durch bestimmte Symptome aus. Die Diagnosekriterien finden sich in der Internationalen Klassifikation psychischer Erkrankungen unter dem Code F40.0.

Hier muss für die Diagnosestellung grundsätzlich Angst oder Vermeidung von bestimmten Situationen vorhanden zu sein. Diese Angst kann sich auf folgende Auslöser beziehen:

  1. Menschenmengen
  2. öffentliche Plätze
  3. allein Reisen
  4. Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause

Bei Agoraphobie kommt es häufig aber auch zur Meidung anderer Situationen wie zum Beispiel Theaterbesuchen, Liftfahren oder Kaufhäusern.

Bei den gefürchteten Situationen muss es zu bestimmten Symptomen kommen. Typische Symptome sind:

  1. Herzklopfen, Herzstolpern, Herzrasen
  2. Schweißausbrüche
  3. Zittern
  4. Mundtrockenheit
  5. Atembeschwerden
  6. Beklemmungsgefühl
  7. Schmerzen oder Missempfindungen im Brustkorb
  8. Übelkeit oder Missempfindungen im Bauraum (z.B. Unruhegefühl im Magen)
  9. Gefühl von Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit
  10. Gefühl, die Objekte seien unwirklich (Derealisation) oder man selbst sei weit entfernt oder “nicht wirklich hier” (Depersonalisation)
  11. Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden oder “auszuflippen”
  12. Angst zu sterben
  13. Hitzewallungen oder Kälteschauer
  14. Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle

Ein Großteil der genannten Symptome ist damit auf körperlicher Ebene. Dennoch haben diese Symptome eine psychische Ursache. Es treten also viele psychosomatische Symptome auf.

Psychodynamische Behandlung von Agoraphobie

Agoraphobie lässt sich psychotherapeutisch ausgezeichnet behandeln. Die Verhaltenstherapie setzt dabei am Verhalten und an den das Verhalten steuernden Gedanken bzw. „Kognitionen“ an. Die psychodynamische Psychotherapie setzt an den unbewussten Hintergründen der Agoraphobie an. Beide Verfahren haben bei der richtigen Anwendung eine sehr gute Wirksamkeit. Das im Einzelfall passende Verfahren klärt sich am besten im Rahmen der Vorgespräche. Wir arbeiten in der Praxis im Verfahren der psychodynamischen Therapie.

Medikamentöse Behandlung von Agoraphobie

Bei dem Wunsch nach einer medikamentösen Behandlung der Agoraphobie sollten immer die Vor- und Nachteile einer ergänzenden Medikation kritisch abgewogen werden. Bei der Agoraphobie kommt es typischerweise zu starken körperlichen und psychischen Symptomen in bestimmten Situationen. Aufgrund der subjektiven Bedrohlichkeit dieser Situationen werden dann diese Bereiche gemieden. Hierdurch kann die Angsterkrankung chronifizieren. Sehr hilfreich und unterstützend für den Heilungsprozess kann hier eine angstlösende Bedarfsmedikation sein. Diese kann in der akuten Situation eingenommen werden wodurch die Situation üblicherweise innerhalb weniger Minuten unter Kontrolle ist. Dieses Gefühl die Situation mithilfe der Medikation doch kontrollieren zu können kann eine äußerst positive Wirkung auf den psychotherapeutischen Behandlungsverlauf nehmen da damit der Teufelskreis dann oft durchbrochen ist.

Auch eine Festmedikation mit Serotoninaufnahmehemmern (SSRI) kann sehr hilfreich sein wobei hier zu beachten ist, dass sich durch diese Medikation auch die Gefühlswahrnehmung verändert, die Symptome dann oft einfach weg sind wodurch dann aber der Behandlungserfolg der Psychotherapie nicht mehr so gut beurteilt werden kann. Zur Überprüfung des Behandlungserfolgs muss dann die Medikation während der Psychotherapie eigentlich wieder abgesetzt werden was die Behandlung oft komplizierter macht als ohne Medikament. Eine dauerhafte Medikation mit SSRI ist allenfalls in Ausnahmefällen sinnvoll. In unserer Praxis für Psychotherapie in München behandeln wir Agoraphobie psychotherapeutisch und greifen nur bei hoher Notwendigkeit auf Medikamente zurück.

Mit Agoraphobie Behandlung beginnen: Was ist der erste Schritt?

Der erste Schritt für eine Behandlung in der Praxis Dr. Willi, Ihrem Psychotherapeuten in München bzw. Ihrer Psychotherapeutin in München, ist immer ein Vorgespräch. Für das Vorgespräch ist eine Länge von 25 Minuten geplant. Das Vorgespräch dient einer kurzen Besprechung Ihres Anliegens und einem kurzen persönlichen Kennenlernen. In diesem Gespräch können dann weitere Termine für die diagnostische Abklärung und die Behandlungsplanung vereinbart werden.

Die Praxis hat ihren Sitz in München. Sämtliche Termine können vor Ort oder online per Videosprechstunde wahrgenommen werden. Es handelt sich um eine Privatpraxis für Privatpatienten und Selbstzahler.

Bitte benutzen Sie bitte unser Kontaktformular wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten.