• Stressmedizin & Stressbewältigung

    Die Stressmedizin beschäftigt sich mit den psychischen und körperlichen Folgen von Stress.

1. Erkennung

Zunächst geht es um die Erkennung früher Warnzeichen.

2. Behandlung

Bei vorliegenden Risiken oder ersten Symptomen sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

3. Gesunderhaltung

Hierdurch können Krankheiten verhindert oder früh wieder zur Abheilung gebracht werden.

Stressmedizin

Übermäßiger Stress führt erst zu psychischen und körperlichen Stresssymptomen. Spätestens mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß. Auf Dauer kann Stress zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen, welcher heute meist als „Burnout“ bezeichnet wird.

Stresssymptome

Zunächst ist es wichtig die Frühzeichen einer zu hohen Stressbelastung auch zu erkennen. Der Stressbegriff ist hier etwas unscharf da er nicht zwischen Belastung und Überlastung unterscheidet. Belastungen gehören zum normalen Leben und bedürfen keiner Behandlung. Bei Überlastung kommt es hingegen zu bestimmten psychischen und körperlichen Symptomen.

Psychische Stresssymptome:

  • Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Innere Unruhe
  • Gedrückte Stimmung
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen

Körperliche Stresssymptome:

  • Kopfschmerz
  • Schwindel
  • Herzbeschwerden
  • Atemprobleme
  • Verdauungsbeschwerden
  • Rückenschmerzen

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Burnout

Dauerhafter Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungsstand führen. Dieser hat folgende Kennzeichen:

  • Erschöpfung
  • Antriebsmangel
  • Leistungsknick

Bei einem “Burnout” handelt es sich um keine Erkrankung, sondern um die Reaktion eines gesunden Menschen auf zu hohe Belastung. Überlastungsbedingte Erschöpfungszustände bilden sich anfangs bei Entlastung von allein zurück. Bei anhaltender Belastung kann sich aus einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand aber ein Erschöpfungssyndrom, eine Erschöpfungsdepression oder auch eine Panikstörung entwickeln. Stress und Burnout sollten deshalb möglichst frühzeitig behandelt werden.

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Stressbedingter Serotoninmangel

Serotonin ist der „Glücksbotenstoff“ im Gehirn und hauptsächlich für positive Gefühle wie Zufriedenheit, Zuversicht, Selbstvertrauen und Lebenslust verantwortlich. Serotonin wird im Tiefschlaf gebildet. Tiefschlaf ist die erholsamste Schlafphase und genau die Phase, welche bei Stress besonders rasch „ausfällt“. Menschen unter Stress haben oft – ohne es zu bemerken – gar keine Tiefschlafphasen mehr. Die Serotoninkonzentration kann so unter Stress fortlaufend abfallen.

Mögliche Symptome, die bei einem Serotoninmangel auftreten können, sind:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Innere Anspannung und Nicht-Abschalten-Können
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Gedrückte Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Veränderungen des Appetits und der sexuellen Lust
  • Verstärkte Schmerzwahrnehmung

Auf körperlicher Ebene spielt Serotonin eine Rolle bei der Entstehung von Kopfschmerz/Migräne, dem Reizdarmsyndrom und dem prämenstruellen Syndrom (PMS). Auf Dauer kann ein Serotoninmangel auch zu einer Depression oder Angststörung führen bzw. beitragen.

Dies passiert unter Stress auch bei Menschen, die zuvor nie depressiv, selbstunsicher oder ängstlich waren. Die Betroffenenen „kennen sich so nicht“.  Eine medikamentöse Anhebung des Serotoninspiegels kann deshalb bei entsprechenden Symptomen eine entscheidende Hilfe darstellen. Den Betroffenen geht es damit meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen wieder erheblich besser. Durch die Anhebung von Serotonin kann sozusagen der „Brand gelöscht“ werden. Anschließend kann mittels Stressreduktion und Stressbewältigung die „Brandursache“ beseitigt und das Medikament wieder abgesetzt werden.

Stressbewältigung

Stress kann folgende Ursachen haben:

  • Zu viel Arbeit in zu wenig Zeit
  • Zielkonflikte
  • Zu wenig oder nicht nutzbare Erholungszeiten
  • Belastende innere Einstellungen wie Perfektionismus
  • Qualitativ unpassende Arbeitsanforderungen
  • Paar- und Familienkonflikte

Zudem kann Stress auch durch eigene Verhaltensweisen verursacht werden. Häufige Ursachen sind:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivtät
  • Schwierigkeiten in der Selbstorganisation
  • Unkontrollierter Konsum von Alkohol oder Drogen
  • Störungen im Essverhalten
  • Mangelnde Schlafhygiene

In den letzten Jahren wurden in der Psychotherapie hervorragende Techniken zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung entwickelt. Diese setzen an unterschiedlichen Punkten der Stressentstehung an. Die besten Behandlungserfolge erzielt man mit einer Kombination unterschiedlicher Verfahren.

Behandlungsansatz der Verhaltenstherapie:

  • Erhöhung der Achtsamkeit
  • Suche nach geeigneten Formen der Entspannung
  • Optimierung des Zeit- und Stressmanagements
  • Psychohygiene in Bezug auf Schlaf und digitale Medien
  • Kognitive Umbewertung

Behandlungsansatz der psychodynamischen Psychotherapie:

  • Veränderung innerer Einstellungen
  • Klärung innerer Konflikte
  • Klärung zwischenmenschlicher Konflikte
  • Verbesserung der Emotionswahrnehmung
  • Verbesserung der Emotionsregulation

Mit den richtigen Maßnahmen bessert sich die Symptomatik meist bereits innerhalb weniger Wochen. Im Bedarfsfall kann der Heilungsprozess durch eine geeignete Medikation erheblich beschleunigt werden.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Stresssymptome

Stresssymptome zeigen die Grenzen der Belastbarkeit an und sind als “Warnzeichen” zu verstehen.

Schlafstörungen

Mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß.

Burnout

Anhaltender Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen.