• Stressmedizin & Stressbewältigung

    Die Stressmedizin beschäftigt sich mit den psychischen und körperlichen Folgen von Stress.

1. Erkennung

Zunächst geht es um die Erkennung früher Warnzeichen.

2. Behandlung

Bei vorliegenden Risiken oder ersten Symptomen sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

3. Gesunderhaltung

Hierdurch können Krankheiten verhindert oder früh wieder zur Abheilung gebracht werden.

1. Phase: Stresssymptome

Zunächst ist es wichtig die Frühzeichen einer zu hohen Stressbelastung auch zu erkennen. Der Stressbegriff ist hier etwas unscharf da er nicht zwischen Belastung über Überlastung unterscheidet. Belastungen gehören zum normalen Leben und bedürfen keiner Behandlung. Bei Überlastung kommt es hingegen zu bestimmten Symptomen wie:

  • Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Innere Unruhe und Nervosität
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Magen- und Verdauungsbeschwerden
  • Kopf- und Rückenschmerzen

Stresssymptome mindern die Lebensqualität, stellen die Vorphase eines Erschöpfungssyndroms dar und bilden ein Risiko für die Entwicklung unterschiedlicher psychischer und körpericher Erkrankungen. Stressymptome sollten deshalb möglichst frühzeitig behandelt werden. Mit professionell durchgeführen Maßnahmen zur Stressreduktion und Stressbewältigung lassen sich Stresssymptome meist rasch zur Abheilung bringen.

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2. Phase: Schlafstörungen

Ab einem gewissen Ausmaß an innerer Anspannung kommt es zu Schlafstörungen. Diese können sich folgendermaßen äußern:

  • Einschlafstörungen
    Verzögerung beim Einschlafen mehr als 30 Minuten
  • Durchschlafstörungen
    Mehr als 30 Minuten nächtliche Wachzeit
  • Frühmorgendliches Erwachen
    Weniger als 6,5 Stunden Nachtschlaf
  • Nicht erholsamer Schlaf
    Der Schlaf ist hier vorhanden, ist aber unruhig und nicht erholsam

Ein erholsamer Schlaf ist für die Erhaltung der psychischen und körperlichen Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Deshalb erhält die Stressbelastung mit dem Auftreten von Schlafstörungen ein kritisches Ausmaß. Neben Maßnahmen zur Stressreduktion und Stressbewältigung, sind bei Schlafstörungen verhaltenstherapeutische Maßnahmen am zielführendsten. Mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich überlastungsbedingte Schlafstörungen meist rasch zur Abheilung bringen. Falls diese Maßnahmen sich als nicht ausreichend erweisen, kann  eine vorübergehende medikamentöse Behandlung mit nicht abhängig machenden pflanzlichen Präparaten oder Medikamenten hier eine entscheidende Hilfe darstellen.

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3. Phase: Burnout

Hinter einem „Burnout“ können sich aus ärztlicher Sicht folgende Zustände verbergen:

  • Stresssymptome
  • Überlastungsbedingter Erschöpfungszustand
  • Erschöpfungssyndrom

Stresssymptome und überlastungsbedingte Erschöpfungszustände sind keine Krankheit, sondern die Reaktion eines Gesunden auf zu hohe Belastung. Stresssymptome und überlastungsbedingte Erschöpfungszustände klingen nach erfolgter Entlastung wieder folgenlos ab. Hier sind Maßnahmen zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung sinnvoll.

Beim Vorliegen eines Erschöpfungssyndroms klingt die Erschöpfung auch nach Entlastung nicht mehr ab. Hier hat sich der Zustand chronifiziert. Bei einem Erschöpfungssyndrom liegt oft ein überlastungsbedingter Serotoninmangel vor. Mit einer Kombination aus Psychotherapie und Medikation können auch überlastungsbedingte Erschöpfungszustände sehr gut behandelt werden.

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Stressbedingter Serotoninmangel

Serotonin ist der „Glücksbotenstoff“ im Gehirn und hauptsächlich für positive Gefühle wie Zufriedenheit, Zuversicht, Selbstvertrauen und Lebenslust verantwortlich. Serotonin wird im Tiefschlaf gebildet. Tiefschlaf ist die erholsamste Schlafphase und genau die Phase, welche bei Stress besonders rasch „ausfällt“. Menschen unter Stress haben oft – ohne es zu bemerken – gar keine Tiefschlafphasen mehr. Die Serotoninkonzentration kann so unter Stress fortlaufend abfallen.

Mögliche Symptome, die bei einem Serotoninmangel auftreten können, sind:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Innere Anspannung und Nicht-Abschalten-Können
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Gedrückte Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Veränderungen des Appetits und der sexuellen Lust
  • Verstärkte Schmerzwahrnehmung

Auf körperlicher Ebene spielt Serotonin eine Rolle bei der Entstehung von Kopfschmerz/Migräne, dem Reizdarmsyndrom und dem prämenstruellen Syndrom (PMS). Auf Dauer kann ein Serotoninmangel auch zu einer Depression oder Angststörung führen bzw. beitragen.

Dies passiert unter Stress auch bei Menschen, die zuvor nie depressiv, selbstunsicher oder ängstlich waren. Die Betroffenenen „kennen sich so nicht“.  Eine medikamentöse Anhebung des Serotoninspiegels kann deshalb bei entsprechenden Symptomen eine entscheidende Hilfe darstellen. Den Betroffenen geht es damit meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen wieder erheblich besser. Durch die Anhebung von Serotonin kann sozusagen der „Brand gelöscht“ werden. Anschließend kann mittels Stressreduktion und Stressbewältigung die „Brandursache“ beseitigt und das Medikament wieder abgesetzt werden.

Stressbewältigung

In den letzten Jahren wurden in der Psychotherapie hervorragende Techniken zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung entwickelt. Diese setzen an unterschiedlichen Punkten der Stressentstehung an. Die besten Behandlungserfolge erzielt man meiner Erfahrung nach mit einer Kombination unterschiedlicher Verfahren.

Behandlungsansatz der Verhaltentstherapie:

  • Erhöhung der Achtsamkeit
  • Suche nach geeigneten Formen der Entspannung
  • Optimierung des Zeit- und Stressmanagements
  • Psychohygiene in Bezug auf Schlaf und digitale Medien
  • Kognitive Umbewertung

Behandlungsansatz der psychodynamischen Psychotherapie:

  • Veränderung innerer Einstellungen
  • Klärung innerer Konflikte
  • Klärung zwischenmenschlicher Konflikte
  • Verbesserung der Emotionswahrnehmung
  • Verbesserung der Emotionsregulation

Wie kann ich Ihnen helfen?

Stresssymptome

Stresssymptome zeigen die Grenzen der Belastbarkeit an und sind als „Warnzeichen“ zu verstehen.

Schlafstörungen

Mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß.

Burnout

Anhaltender Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen.