• Stressmedizin & Stressbewältigung

    Die Stressmedizin beschäftigt sich mit den psychischen und körperlichen Folgen von Stress.

1. Erkennung

Zunächst geht es um die Erkennung früher Warnzeichen.

2. Behandlung

Bei vorliegenden Risiken oder ersten Symptomen sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

3. Gesunderhaltung

Hierdurch können Krankheiten verhindert oder früh wieder zur Abheilung gebracht werden.

Stressmedizin München

Stress entsteht im Gehirn und breitet sich dann über Nerven, Hormonsystem und Zellen in den gesamten Körper aus. Der gesamte Organismus wird auf diese Art in einen „Alarmzustand“ versetzt. Dieser Alarmzustand ist bei akuter Belastung sinnvoll und notwendig. Auf Dauer kann dieser Alarmzustand aber zu erheblichen psychischen und körperlichen Problemen führen.

Stressmedizin bei Stresssymptomen

Stresssymptome treten meist nur vorübergehend in Stresssituationen auf. Würde man in dieser Situation die entsprechenden stressmedizinischen Untersuchungen durchführen, könnten auch entsprechende Veränderungen nachgewiesen werden. So lässt sich unter Stress üblicherweise eine Aktivierung des vegetativen Nervensystems und der hormonellen Stressachse (Cortisol) nachweisen.

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Stressmedizin bei Schlafstörungen

Bei Schlafstörungen findet sich häufig eine Überaktivierung des vegetativen Nervensystems im Sinne einer vegetativen Dystonie. Durch diese Überaktivierung des Organismus kommt es oft zu weniger bzw. kürzeren Tiefschlafphasen. Hierdurch wird der Schlaf weniger erholsam und die Betroffenen haben zwar das Gefühl geschlafen zu haben, wachen dabei aber müde oder unerholt auf. In bestimmten Fällen kann es bei Schlafstörungen deshalb auch sinnvoll sein, die Schlafphasen zu messen oder andere stressmedizinische Untersuchungen durchzuführen. Im Allgemeinen sind jedoch keine Messungen für eine erfolgreiche Behandlung von Schlafstörungen erforderlich.

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Stressmedizin bei Burnout

Eine dauerhafte Aktivierung der Stressreaktion kann zu einem „Burnout“ führen. Gemeinsam mit Prof. Dirk Hellhammer von der Universität Trier wurden in der Praxis in München zwischen 2014 und 2019 zahlreiche Stressmessungen bei Patienten mit Burnout durchgeführt. Hier konnte teilweise ein relativer Cortisolmangel oder eine vegetative Dystonie nachgewiesen werden. Teilweise zeigten sich auch indirekte Hinweise auf einen Serotoninmangel. Ein einheitlicher Befund fand sich jedoch nicht. Dies entspricht auch den Ergebnissen zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Da sich aus den Messungen auch meist keine direkte Konsequenz für die Therapie ergibt, ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine Messung der stressbedingten Veränderungen bei Burnout weder sinnvoll noch erforderlich. Die Überaktivierung des Organismus lässt sich vom spezialisierten Untersucher auch sehr gut anhand der typischen Symptome erkennen. Zudem sind für eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung auch keinerlei Messungen erforderlich.

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Stressmedizin bei psychosomatischen Symptomen

Psychosomatische Symptome wie Herzrasen, Atemprobleme oder Verdauungsbeschwerden gehen häufig mit einer Über- oder Unteraktivierung des vegetativen Nervensystems einher. Dieses Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems wird auch als „vegetative Dystonie“ bezeichnet. Mit Hilfe einer Messung der Herzschlagvariabilität sind derartige Veränderungen auch nachweisbar. In der Regel ist für die erfolgreiche Behandlung von psychosomatischen Symptomen aber keine Messung erforderlich.

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Stressmedizin bei Angststörungen

Auch bei Angststörungen findet sich häufig eine Überaktivierung des vegetativen Nervensystems im Sinne einer vegetativen Dystonie. Die Überaktivierung des vegetativen Nervensystems kann dann auch zu entsprechenden körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemproblemen oder Verdauungsbeschwerden führen. Die Überaktivierung des vegetativen Nervensystems kann mit Hilfe der Bestimmung der Herzschlagvariabilität auch gemessen werden. In der Regel ist für eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung von Angststörungen jedoch keine Messung erforderlich.

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Stressmedizin bei Depressionen

Bei Depressionen finden sich zahlreiche stressbedingten Veränderungen. Häufig findet sich eine ausgeprägte Über- oder Unteraktivierung der hormonellen Stressachse (HPA-Achse). Hieraus kann auch ein relativer Cortisolmangel resultieren. Diese Veränderungen der Stressachse sind mit entsprechenden Techniken heute auch zuverlässig messbar.

Zudem findet sich ein Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin, GABA und Dopamin im Gehirn. Von besonderer Bedeutung bei Depressionen ist die Konzentration von Serotonin im Gehirn. So kann ein Serotoninmangel zu gedrückter Stimmung, Müdigkeit, Reizbarkeit, innerer Unruhe, Schlafstörungen und zahlreichen anderen Symptomen führen. Eine Messung der Serotoninkonzentration im Gehirn ist aber derzeit noch nicht möglich. Die Messung ist aber auch nicht erforderlich da eine erfolgreiche Behandlung in der Regel auch ohne derartige Nachweise sehr gut möglich ist.

Die beschriebenen Veränderungen werden durch aktuelle und frühere Belastungen verursacht. Zusätzlich spielt bei der Entstehung von Depressionen auch Genetik und Epigenetik (Beeinflussung der Gene durch Lebenseinflüsse) eine Rolle. Dabei wird die Rolle der genetischen Veranlagung aber oft überschätzt. Wäre die genetische Veranlagung die wesentliche Ursache der Depression, dann könnten Patienten mit Depressionen nicht so erfolgreich psychotherapeutisch behandelt werden.

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Stressbewältigung München

Mit den richtigen Maßnahmen kann die Stressbelastung sehr wirkungsvoll und nachhaltig gesenkt werden. Hierfür reichen aber oft die überall verfügbaren schnellen Tipps bei Stress nicht aus. So ist es oft schwierig „positiv zu denken“ wenn man gleichzeitig negative Gefühle hat. Oder es fällt schwer den Stress als Herausforderung zu sehen, wenn man gleichzeitig Existenzangst hat. So leicht ist  das nicht.

1. Schritt: Ursache klären

Stress kann zahlreiche Ursachen haben. Deshalb ist im ersten Schritt die Ursache der Stressbelastung zu klären. Häufige Ursachen von Stress sind:

  • Zu viel Arbeit in zu wenig Zeit
  • Zwischenmenschliche Konflikte
  • Innerpsychische Konflikte wie Zielkonflikte
  • Zu wenig oder nicht nutzbare Erholungszeiten
  • Belastende innere Einstellungen wie Perfektionismus
  • Qualitativ unpassende Arbeitsanforderungen

Stress kann aber auch durch bestimmte eigene Verhaltensweisen entstehen:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • Schwierigkeiten in der Selbstorganisation
  • Unkontrollierten Konsum von Alkohol oder Drogen
  • Störungen des Essverhaltens
  • Mangelnde Schlafhygiene

Die  höchste Stressbelastung entsteht aber sicherlich in Krisensituationen und beim Vorliegen von psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen wie:

Bei Burnout kommt es durch durch die Stressbelastung zu einem anhaltenden Erschöpfungszustand.

Auch psychosomatische Symptome können zu Stress führen. Gleichzeitig können psychosomatische Symptome aber auch durch Stress verursacht werden.

2. Schritt: Behandlungsverfahren wählen

Unabhängig davon, ob die Behandlung in Form eines Coachings oder einer Psychotherapie erfolgen soll, ist anschließend immer das im Einzelfall passende Verfahren zu wählen. Dabei gibt es sowohl verhaltenstherapeutische als auch psychodynamische Techniken um die Stressbelastung zu reduzieren. Bei der Verhaltenstherapie geht es meist um eine Verbesserung des Stressmanagements und bestimmte Techniken mit der Situation anders umzugehen bzw. die Situation emotional anders zu bewerten. In einer psychodynamischen Behandlung geht es darum sich und andere besser zu verstehen um dann geeigneten Maßnahmen ergreifen zu können.

Behandlungsansatz der Verhaltenstherapie:

  • Erhöhung der Achtsamkeit
  • Suche nach geeigneten Formen der Entspannung
  • Optimierung des Zeit- und Stressmanagements
  • Psychohygiene in Bezug auf Schlaf und digitale Medien
  • Kognitive Umbewertung

Behandlungsansatz Pschodynamische Therapie:

  • Veränderung innerer Einstellungen
  • Klärung innerer Konflikte
  • Klärung zwischenmenschlicher Konflikte
  • Verbesserung der Emotionswahrnehmung
  • Verbesserung der Emotionsregulation

In der Praxis für Psychotherapie München wird in ein bis drei Sitzungen ein auf Ihre individuelle Situation abgestimmter Behandlungsplan entwickelt und Sie erhalten eine tragfähige fachärztliche Empfehlung für ein bestimmtes Verfahren. Diese Vorgehensweise sichert nach heutigen Kenntnisstand die besten Behandlungserfolge.

3. Durchführung der Behandlung

In der Praxis für Psychotherapie München werden hochbewährte Techniken der Verhaltenstherapie im Rahmen einer grundsätzlich psychodynamischen Therapie eingesetzt. Dabei kann die Behandlung auch in Form eines Coachings erfolgen.

Mit diesem Behandlungsansatz reduziert sich die Stressbelastung meist innerhalb weniger Wochen. Der Behandlungsansatz muss jedoch zu den vorliegenden Beschwerden und der individuellen Zielsetzung passen. Vor jeglicher Behandlung wird deshalb in der Praxis eine fachärztliche diagnostische Abklärung und eine individuelle Behandlungsplanung durchgeführt. Diagnostik und Behandlungsplanung benötigen zusammen üblicherweise zwei Stunden a 50 Minuten. Falls mit einem anderen Behandlungsverfahren ein besserer Behandlungserfolg zu erwarten ist, wird Ihnen ein entsprechend spezialisierter Kollege bzw. eine entsprechend spezialisierte Kollegin genannt. In bestimmten Fällen kann die Behandlung auch durch eine ergänzende Medikation unterstützt werden. Vor jeglicher Medikation ist jedoch eine sorgfältige Nutzen-/Risikoabwägung vorzunehmen. Dies gilt besonders bei der medikamentösen Behandlung bestimmter Stresssymptome.

Der erste Schritt für eine Behandlung ist immer ein Vorgespräch in einer Länge von 25 Minuten. Die Terminvereinbarung ist telefonisch unter 089/55269070 oder online unter dr-willi.de möglich.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Stresssymptome

Stresssymptome zeigen die Grenzen der Belastbarkeit an und sind als „Warnzeichen“ zu verstehen.

Schlafstörungen

Mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß.

Burnout

Anhaltender Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen.