• Stressmedizin & Stressbewältigung

    Stress kann zu zahlreichen psychischen und körperlichen Symptomen führen.

1. Erkennung

Zunächst geht es um die Erkennung früher Warnzeichen.

2. Behandlung

Bei vorliegenden Risiken oder ersten Symptomen sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

3. Gesunderhaltung

Hierdurch können Krankheiten verhindert oder früh wieder zur Abheilung gebracht werden.

Stressmedizin München

Die Stressmedizin beschäftigt sich mit den psychischen und körperlichen Auswirkungen von Stress. Stress entsteht im Gehirn. Über das Nerven- und Hormonsystem wird der Organismus dann in einen Alarmzustand versetzt. Diese Stressreaktion ist bei akuten Belastungen sinnvoll und lebensnotwendig da der Organismus so auf einen Kampf oder eine Flucht vorbereitetet wird. Typische Kennzeichen der akuten Stressreaktion sind:

  • Erhöhte Wachsamkeit
  • Stärkere Fokussierung
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit
  • Innere Anspannung
  • Herzrasen und Schwitzen

Problematisch wird die Stressreaktion bei dauerhafter Aktivierung. Bei dauerhafter Aktivierung wird schrittweise das ganze System „hochgefahren“ und bleibt dann sozusagen in diesem aktivierten Modus „hängen“. Typische Symptome einer Überaktivierung sind:

Diesen Zustand kann man sich vorstellen wie ein „festhängendes Gaspedal“ am Auto. Die Leistung kann dann nicht mehr sinnvoll angepasst werden und das Auto fährt auch ohne Grund Vollgas. Dabei können die Stresssymptome dauerhaft anhalten. Auf Dauer kann diese Aktivierung dann in ihr Gegenteil umschlagen und der Organismus lässt sich dann durch die Stressreaktion nicht mehr ausreichend aktivieren. Typische Symptome sind:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Reduzierte  Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen

Dieser Zustand wird dann meist als „Burnout“ bezeichnet. Es handelt sich dabei um die Vorstufe einer Depression.

Was versteht man unter Stress?

Die akute Stressreaktion ist eine natürliche Reaktion des Organismus auf psychische und körperliche Belastungen. Die Stressreaktion dient dazu, in realen oder angenommenen Gefahrensituationen kurzfristig die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Was sind die Ursachen für Stress?

Die Ursachen von Stress sind sehr individuell. So kann ein Fachvortrag vor einem internationalen Expertenpublikum für einen Menschen eine extreme Stresssituation darstellen und für einen anderen Menschen eine Freude sein. Es gibt aber auch manche Situationen wie Unfälle, Folter oder Naturkatastrophen, welche für jeden Menschen eine extreme Stresssituation darstellen. Derartige Situationen sind aber die Ausnahme. Üblicherweise handelt sich um individuelle Stresssituationen.

Welche für Arten von Stress gibt es?

Stress ist nicht grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil. Erfolgreich bewältigte Stressreaktionen sind befriedigend, steigern das Wohlbefinden und führen zu Wachstum. Entscheidend ist dabei, dass der Stress bewältigbar erscheint und auch bald wieder endet. Dieser „positive Stress“ wird auch als Eustress bezeichnet. Wird der Stress aber zu stark oder hält zu lang an, so hat er keine positive Wirkung mehr und es kommt zu einer Schädigung des Organismus. Dieser „negative Stress“ wird auch als Distress bezeichnet. Zu welcher Form der Stressreaktion es kommt, hängt dabei sowohl von der Art als auch von der Menge und der Dauer des Stresses ab.

Was macht Stress mit unserem Gehirn?

Im Gehirn führt Stress zu einer Veränderung verschiedener Neurotransmitter wie Noradrenalin, Acetylcholin, Serotonin, Dopamin und GABA. Bei akutem Stress führt die Veränderung des Gleichgewichts dieser Botenstoffe zu einer Aktivierung mit Steigerung der Wachheit und einer Fokussierung der Aufmerksamkeit. Dauerhafter Stress kann im Gehirn zu einem Serotoninmangel führen. Über das vegetative Nervensystem und verschiedene Hormone kann das Gehirn den gesamten Organismus in einen Alarmzustand versetzen.

Sind Neurotransmitter messbar?

Die Konzentration von Neurotransmittern wie Noradrenalin, Acetylcholin, Serotonin, Dopamin und GABA in Blut oder Urin lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Konzentration dieser Botenstoffe im Gehirn zu. Eine aussagefähige laborchemische Bestimmung von Neurotransmittern im Gehirn ist derzeit nur direkt im Hirngewebe möglich. Die Probeentnahme ist dabei am Lebenden nur im Rahmen einer Punktion oder einer Operation des Gehirns möglich. Eine Messung der Neurotransmitter ist für eine erfolgreiche Behandlung aber auch gar nicht notwendig.

Welche Hormone werden durch Stress freigesetzt?

Akuter Stress führt über eine Aktivierung des Sympathikus rasch zu einer Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin aus dem Nebennierenmark. Mit etwas Verzögerung kommt es über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) zu einer Ausschüttung von CRH (Corticotropin-releasing-Hormon), ACTH (Adrenocorticotropin) und Cortisol. Bei Erschöpfungssyndromen und Depressionen findet sich häufig eine Fehlregulation der HPA-Achse. Teilweise finden sich erhöhte Spiegel des Stresshormons Cortisol, teilweise aber auch relativer Cortisolmangel.

Was passiert mit dem Körper bei Stress?

Durch die Aktivierung des Nerven- und Hormonsystems wird der gesamte Organismus in einen Alarmzustand versetzt. Über das vegetative Nervensystem kommt zu Beschleunigung des Herzschlags und der Atmung. Der Blutdruck steigt an und der Stoffwechsel wird umgestellt. Der Blutzucker und die Blutfette steigen an. Der Organismus wird so optimal auf einen anstehenden Kampf oder auch eine Flucht vorbereitet. Problematisch ist dieser Anpassungsversuch des Organismus nur bei chronischem Stress. Lange andauernder Stress kann zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems führen. Eine dauerhafte Überaktivierung kann schließlich aber auch zu einer Unteraktivierung des vegetativen Nervensystems führen. Ein Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem wird häufig auch als vegetative Dystonie bezeichnet.

Kann Stress Krankheiten auslösen?

Stress kann zu zahlreichen psychischen und körperlichen Krankheiten führen oder beitragen. Zu besonders hoher Stressbelastung kann es im Rahmen von Lebenskrisen kommen. So kann Stress auf Dauer zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand mit Pessimismus und Leistungsverlust führen. Dieser Zustand wird laut ICD-11 als Burnout bezeichnet. Auf Dauer kann sich daraus eine Erschöpfungsdepression entwickeln. Zudem kann Stress auch zu Schlafstörungen und Angststörungen führen oder beitragen. Auch psychosomatische Symptome können im Zusammenhang mit Stress stehen. Auch bei der Entstehung körperlicher Krankheiten spielt Stress oft eine entscheidende Rolle.

Stressbewältigung München

Mit den richtigen Maßnahmen kann die Stressbelastung sehr wirkungsvoll und nachhaltig gesenkt werden. Hierfür reichen aber oft die überall verfügbaren schnellen Tipps bei Stress nicht aus. So ist es oft schwierig „positiv zu denken“ wenn man gleichzeitig negative Gefühle hat. Oder es fällt schwer den Stress als Herausforderung zu sehen, wenn man gleichzeitig Existenzangst hat. So leicht ist das nicht.

1. Schritt: Ursache klären

Stress kann zahlreiche Ursachen haben. Deshalb ist im ersten Schritt die Ursache der Stressbelastung zu klären. Häufige Ursachen von Stress sind:

  • Zu viel Arbeit in zu wenig Zeit
  • Zwischenmenschliche Konflikte
  • Innerpsychische Konflikte wie Zielkonflikte
  • Zu wenig oder nicht nutzbare Erholungszeiten
  • Belastende innere Einstellungen wie Perfektionismus
  • Qualitativ unpassende Arbeitsanforderungen

Stress kann aber auch durch bestimmte eigene Verhaltensweisen entstehen:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • Schwierigkeiten in der Selbstorganisation
  • Unkontrollierten Konsum von Alkohol oder Drogen
  • Störungen des Essverhaltens
  • Mangelnde Schlafhygiene

Die  höchste Stressbelastung entsteht aber sicherlich in Krisensituationen und beim Vorliegen von psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen wie:

Bei Burnout kommt es durch die Stressbelastung zu einem anhaltenden Erschöpfungszustand.

Auch psychosomatische Symptome können zu Stress führen. Gleichzeitig können psychosomatische Symptome aber auch durch Stress verursacht werden.

2. Schritt: Behandlungsverfahren wählen

Grundsätzlich sollte in der Zielsetzung zwischen Stressbewältigung und Stressreduktion unterschieden werden. Maßnahmen zur Verbesserung der Stressbewältigung zielen auf einen anderen Umgang mit dem Stress ohne dabei die Umgebung zu verändern. Bei dieser Zielsetzung empfiehlt sich meist eine Verhaltenstherapie. Stressreduktion zielt auf eine Veränderung der Stressursache wie beispielsweise die Lösung eines Arbeitsplatz- oder Ehekonflikts. Zum Erreichen diese Zielsetzung eignet sich das Verfahren der psychodynamischen Psychotherapie in besonderer Weise.

Hier ein kurzer Überblick über die beiden Behandlungsansätze:

Behandlungsansatz Verhaltenstherapie:

  • Erhöhung der Achtsamkeit
  • Suche nach geeigneten Formen der Entspannung
  • Optimierung des Zeit- und Stressmanagements
  • Psychohygiene in Bezug auf Schlaf und digitale Medien
  • Kognitive Umbewertung

Behandlungsansatz Pschodynamische Therapie:

  • Veränderung innerer Einstellungen
  • Klärung innerer Konflikte
  • Klärung zwischenmenschlicher Konflikte
  • Verbesserung der Emotionswahrnehmung
  • Verbesserung der Emotionsregulation

In der Praxis für Psychotherapie München wird in ein bis drei Sitzungen ein auf Ihre individuelle Situation abgestimmter Behandlungsplan entwickelt und Sie erhalten eine tragfähige fachärztliche Empfehlung für ein bestimmtes Verfahren. Diese Vorgehensweise sichert nach heutigen Kenntnisstand die besten Behandlungserfolge.

3. Durchführung der Behandlung

In der Praxis für Psychotherapie München erfolgt die Behandlung im Verfahren einer psychodynamischen Psychotherapie bzw. eines psychodynamischen Coachings. Die psychodynamische Behandlung kann im Bedarfsfall durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen ergänzt werden, es handelt sich – dem Wesen nach – aber nicht um eine Verhaltenstherapie.

Mit dem psychodynamischen Behandlungsansatz reduziert sich die Stressbelastung meist innerhalb weniger Wochen. Der Behandlungsansatz muss jedoch zu den vorliegenden Beschwerden und der individuellen Zielsetzung passen. Vor jeglicher Behandlung wird deshalb in der Praxis eine fachärztliche diagnostische Abklärung und eine individuelle Behandlungsplanung durchgeführt. Diagnostik und Behandlungsplanung benötigen zusammen üblicherweise zwei Stunden a 50 Minuten. Falls mit einem anderen Behandlungsverfahren ein besserer Behandlungserfolg zu erwarten ist, wird Ihnen ein entsprechend spezialisierter Kollege bzw. eine entsprechend spezialisierte Kollegin genannt. In bestimmten Fällen kann die Behandlung auch durch eine ergänzende Medikation unterstützt werden. Vor jeglicher Medikation ist jedoch eine sorgfältige Nutzen-/Risikoabwägung vorzunehmen.

Der erste Schritt für eine Behandlung ist immer ein Vorgespräch in einer Länge von 25 Minuten. Für Kontakt- und Terminanfragen benutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Stresssymptome

Stresssymptome zeigen die Grenzen der Belastbarkeit an und sind als „Warnzeichen“ zu verstehen.

Schlafstörungen

Mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß.

Burnout

Anhaltender Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen.