• Stressmedizin & Stressbewältigung

    Die Stressmedizin beschäftigt sich mit den psychischen und körperlichen Folgen von Stress.

1. Erkennung

Zunächst geht es um die Erkennung früher Warnzeichen.

2. Behandlung

Bei vorliegenden Risiken oder ersten Symptomen sind gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

3. Gesunderhaltung

Hierdurch können Krankheiten verhindert oder früh wieder zur Abheilung gebracht werden.

Stressmedizin München

Stress entsteht im Gehirn und breitet sich dann über Nerven, Hormonsystem und Zellen in den gesamten Körper aus. Der gesamte Organismus wird auf diese Art in einen „Alarmzustand“ versetzt. Dieser Alarmzustand ist bei akuter Belastung sinnvoll und notwendig. Auf Dauer kann dieser Alarmzustand aber zu erheblichen psychischen und körperlichen Problemen führen.

Die Messung der Stressreaktion im Gehirn

Mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) kann die Stressreaktion im Gehirn heute auch sichtbar gemacht werden. Dieses Verfahren eignet sich aber nur für wissenschaftliche Studien. Unter Stress verändern sich die Neurotransmitter im Gehirn. Insbesondere kommt es unter Stress häufig zu einem Abfall des Serotoninspiegels im Gehirn und darüber zu einem Serotoninmangel. Die Serotoninkonzentration im Gehirn kann aber derzeit nur im Gehirn (z.B. während einer Hirnoperation oder nach dem Tod) gemessen werden. Messungen von Serotonin oder von dessen Abbauprodukten im Blut oder Urin lassen keinen Rückschluss auf die Konzentration im Gehirn zu. Ein Serotoninmangel lässt sich deshalb am besten an den hierfür typischen Symptomen erkennen.

Die Messung der Stressreaktion im Körper

Im Körper lässt sich die Stressreaktion mit den heute zur Verfügung stehenden Methoden recht gut messen. Eine zuverlässige und aussagefähige Messung ist jedoch sehr aufwändig und deshalb auch meist nur im Rahmen von wissenschaftlichen Fragestellungen sinnvoll. So sind einzelne Messungen des Stresshormons Cortisol meist nicht aussagefähig in Bezug auf das Vorliegen von einem Cortisolmangel. Ähnlich verhält es sich mit der Messung der Herzschlagvariabilität zum Nachweis einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems (vegetative Dystonie). Diese Messung ist derart fehleranfällig, dass sowohl die Messung als auch die Interpretation der Messergebnisse größte Kenntnisse und höchste Sorgfalt erfordern. Im Alltag sind derartige Messungen meist nicht zu empfehlen und auch nicht erforderlich.

Erfassung der Stressreaktion

Am besten ist das Ausmaß der Stressreaktion derzeit anhand der Symptome zu erfassen. Hier kommt es zu einem relativ typischen Ablauf. Deshalb kann über die vorhandenen Symptome bzw. die Art und die Intensität der vorhandenen Symptome auf den Schweregrad der Stressreaktion geschlossen werden. Oft werden aber die typischen Symptome nicht erkannt bzw. übergangen und es kommt dann zu einem Teufelskreis zwischen einer aktivierten Stressreaktion, einer daraus resultierenden sinkenden Belastungsfähigkeit und einer wiederum davon ausgelösten Stressreaktion. Die chronisch aktivierte Stressreaktion führt erst zu bestimmten Stresssymptomen und kann schließlich zu zahlreichen psychischen und körperlichen Erkrankungen führen.

Stressbedingte Symptome und Erkrankungen

Die Stressreaktion geht üblicherweise mit zahlreichen psychischen und körperlichen Symptomen einher. Die Stresssymptome sind als „Warnzeichen“ zu verstehen. Auf Dauer kann die Daueraktivierung des Organismus zu verschiedenen psychischen und körperlichen Erkrankungen führen bzw. beitragen. So kann die dauerhafte Überaktivierung des Organismus zu einem überlastungsbedingten körperlich-psychischen Erschöpfungszustand („Burnout„) führen. Auf psychischer Ebene kann Dauerstress zur Entstehung von psychosomatischen Symptomen, Schlafstörungen, Angststörungen und Depressionen beitragen. Im Rahmen von Lebenskrisen kommt es hingegen häufig zu akuten Stresssymptomen. Auch auf körperlicher Ebene kann Stress zu zahlreichen Erkrankungen führen bzw. beitragen.

Mehr Informationen über Stresssymptome

Stressmedizin bei Burnout

Eine dauerhafte Aktivierung der Stressreaktion kann zu einem „Burnout“ führen. Gemeinsam mit Prof. Dirk Hellhammer von der Universität Trier wurden in der Praxis in München zwischen 2014 und 2019 zahlreiche Stressmessungen bei Patienten mit Burnout durchgeführt. Hier konnte teilweise ein relativer Cortisolmangel oder eine vegetative Dystonie nachgewiesen werden. Teilweise zeigten sich auch klare Hinweise auf einen Serotoninmangel. Ein einheitlicher Befund fand sich jedoch nicht. Dies entspricht auch den Ergebnissen zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Da sich aus den Messungen auch meist keine direkte Konsequenz für die Therapie ergibt, ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine Messung der stressbedingten Veränderungen bei Burnout weder sinnvoll noch erforderlich. Die Überaktivierung des Organismus lässt sich vom spezialisierten Untersucher auch sehr gut anhand der typischen Symptome erkennen. Zudem sind für eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung auch keinerlei Messungen erforderlich.

Die Hauptsymptome von Burnout sind:

  • Körperlich-psychische Erschöpfung
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Subjektive Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit

Mehr Informationen zu Burnout

Stressbewältigung München

Mit den richtigen Maßnahmen kann die Stressbelastung sehr wirkungsvoll und nachhaltig gesenkt werden. Hierfür reichen aber oft die überall verfügbaren schnellen Tipps bei Stress nicht aus. So ist es oft schwierig „positiv zu denken“ wenn man gleichzeitig negative Gefühle hat. Oder es fällt schwer den Stress als Herausforderung zu sehen, wenn man gleichzeitig Existenzangst hat. So leicht ist  das nicht.

1. Schritt: Ursache klären

Stress kann zahlreiche Ursachen haben. Deshalb ist im ersten Schritt die Ursache der Stressbelastung zu klären. Häufige Ursachen von Stress sind:

  • Zu viel Arbeit in zu wenig Zeit
  • Zwischenmenschliche Konflikte
  • Innerpsychische Konflikte wie Zielkonflikte
  • Zu wenig oder nicht nutzbare Erholungszeiten
  • Belastende innere Einstellungen wie Perfektionismus
  • Qualitativ unpassende Arbeitsanforderungen

Stress kann aber auch durch bestimmte eigene Verhaltensweisen entstehen:

  • Impulsivität
  • Hyperaktivität
  • Schwierigkeiten in der Selbstorganisation
  • Unkontrollierten Konsum von Alkohol oder Drogen
  • Störungen des Essverhaltens
  • Mangelnde Schlafhygiene

Die  höchste Stressbelastung entsteht aber sicherlich in Krisensituationen und beim Vorliegen von psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen wie:

Bei Burnout kommt es durch durch die Stressbelastung zu einem anhaltenden Erschöpfungszustand.

Auch psychosomatische Symptome können zu Stress führen. Gleichzeitig können psychosomatische Symptome aber auch durch Stress verursacht werden.

2. Schritt: Behandlungsverfahren wählen

Unabhängig davon, ob die Behandlung in Form eines Coachings oder einer Psychotherapie erfolgen soll, ist anschließend immer das im Einzelfall passende Verfahren zu wählen. Dabei gibt es sowohl verhaltenstherapeutische als auch psychodynamische Techniken um die Stressbelastung zu reduzieren. Bei der Verhaltenstherapie geht es meist um eine Verbesserung des Stressmanagements und bestimmte Techniken mit der Situation anders umzugehen bzw. die Situation emotional anders zu bewerten. In einer psychodynamischen Behandlung geht es darum sich und andere besser zu verstehen um dann geeigneten Maßnahmen ergreifen zu können.

Behandlungsansatz der Verhaltenstherapie:

  • Erhöhung der Achtsamkeit
  • Suche nach geeigneten Formen der Entspannung
  • Optimierung des Zeit- und Stressmanagements
  • Psychohygiene in Bezug auf Schlaf und digitale Medien
  • Kognitive Umbewertung

Behandlungsansatz Pschodynamische Therapie:

  • Veränderung innerer Einstellungen
  • Klärung innerer Konflikte
  • Klärung zwischenmenschlicher Konflikte
  • Verbesserung der Emotionswahrnehmung
  • Verbesserung der Emotionsregulation

In der Praxis für Psychotherapie München wird in ein bis drei Sitzungen ein auf Ihre individuelle Situation abgestimmter Behandlungsplan entwickelt und Sie erhalten eine tragfähige fachärztliche Empfehlung für ein bestimmtes Verfahren. Diese Vorgehensweise sichert nach heutigen Kenntnisstand die besten Behandlungserfolge.

3. Durchführung der Behandlung

In der Praxis für Psychotherapie München werden hochbewährte Techniken der Verhaltenstherapie im Rahmen einer grundsätzlich psychodynamischen Therapie eingesetzt. Dabei kann die Behandlung auch in Form eines Coachings erfolgen.

Mit diesem Behandlungsansatz reduziert sich die Stressbelastung meist innerhalb weniger Wochen. Der Behandlungsansatz muss jedoch zu den vorliegenden Beschwerden und der individuellen Zielsetzung passen. Vor jeglicher Behandlung wird deshalb in der Praxis eine fachärztliche diagnostische Abklärung und eine individuelle Behandlungsplanung durchgeführt. Diagnostik und Behandlungsplanung benötigen zusammen üblicherweise zwei Stunden a 50 Minuten. Falls mit einem anderen Behandlungsverfahren ein besserer Behandlungserfolg zu erwarten ist, wird Ihnen ein entsprechend spezialisierter Kollege bzw. eine entsprechend spezialisierte Kollegin genannt. In bestimmten Fällen kann die Behandlung auch durch eine ergänzende Medikation unterstützt werden. Vor jeglicher Medikation ist jedoch eine sorgfältige Nutzen-/Risikoabwägung vorzunehmen. Dies gilt besonders bei der medikamentösen Behandlung bestimmter Stresssymptome.

Der erste Schritt für eine Behandlung ist immer ein Vorgespräch in einer Länge von 25 Minuten. Die Terminvereinbarung ist telefonisch unter 089/55269070 oder online unter dr-willi.de möglich.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Stresssymptome

Stresssymptome zeigen die Grenzen der Belastbarkeit an und sind als „Warnzeichen“ zu verstehen.

Schlafstörungen

Mit dem Auftreten von Schlafstörungen erhält die Stressbelastung ein kritisches Ausmaß.

Burnout

Anhaltender Stress kann zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand führen.