• Burnout

Anhaltende Überlastung kann zu einem stressbedingten Erschöpfungszustand führen.

Was versteht man unter Burnout?

Der Psychologe Herbert Freudenberger beschrieb im Jahr 1974 in einem Artikel bestimmte Symptome, welcher er unter massiver Belastung an sich selbst festgestellt hatte. Freudenberger arbeitete tagsüber in seiner eigenen Praxis und engagierte sich abends ehrenamtlich in einer Klinik für Bedürftige. Für seine Frau und seine drei Kinder blieb so keine Zeit – geschweige denn für sich selbst. Freudenberger beschrieb folgende Symptome:

  • Erschöpfung, Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Innere Unruhe und Entspannungsschwierigkeiten
  • Lustlosigkeit, gedrückte Stimmung und Pessimismus
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Herzrasen und Magen-Darm-Beschwerden

Freudenberger nannte den bei ihm eingetretenen überlastungsbedingten Erschöpfungszustand „Burnout“.

Wie entsteht ein Burnout?

Unter Stress kommt es im Organismus zu einer sog. Stressreaktion. Mit Hilfe der Stressreaktion versucht sich der Organismus an eine Herausforderung anzupassen. Das Stresshormon Cortisol steigt hier an und das vegetative Nervensystems wird aktiviert. Nach Beendigung der Stresssituation fällt das Cortisol wieder ab und das vegetative Nervensystem wechselt von einem Anspannungs- in einen Entspannungszustand.

Bei dauerhafter Aktivierung der Stressreaktion durch Dauerstress kann sich diese Stressreaktion „erschöpfen“. Das in der Nebennierenrinde produzierte Stresshormon Cortisol wird dann nur noch vermindert freigesetzt („adrenal fatigue“) und das vegetative Nervensystem kann nicht mehr zwischen Anspannung und Entspannung wechseln, sondern bleibt in einem unspezifischen Erregungszustand. Dieser Zustand geht häufig mit innerer Unruhe, Stimmungsschwankungen, Lustlosigkeit, Schlafstörungen und Erschöpfung einher.

Stressmedizinische Diagnostik bei Burnout

Mit den heute in der Stressmedizin zur Verfügung stehenden Untersuchungstechniken lassen sich überlastungsbedingte Veränderungen zuverlässig messen. Im Wesentlichen betreffen die überlastungsbedingten Veränderungen drei Systeme:

  1. Störungen der Stresshormon-Achse
  2. Störungen des vegetativen Nervensystems
  3. Serotoninmangel

Dabei sind die körperlichen Veränderungen meist nicht allein anhand der Symptome vorhersagbar und müssen deshalb im Bedarfsfall gemessen werden. Der Nachweis der stressbedingten Veränderungen ermöglicht eine deutlich individuellere Behandlungsplanung als eine bloße Orientierung an den vorliegenden Symptomen. So ist bei geringen Veränderung ein Coaching zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung meist ausreichend. Bei bestimmten Mangelzuständen kann zusätzlich die Einnahme bestimmter Nährstoffe oder naturheilkundlicher Präparate sinnvoll sein. Bei deutlichen Veränderungen kann eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein um den Organismus möglichst rasch wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Falle eines Serotoninmangels kann die Psychotherapie mit der Einnahme eines sog. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers ergänzt werden was den Heilungsverlauf meist erheblich beschleunigt.

Burnout kann mit den richtigen Maßnahmen meist rasch zur Abheilung gebracht werden.

Wie behandelt man Burnout?

Überlastungsbedingte Erschöpfungszustände können unterschiedliche Schweregrade haben und einen unterschiedlichen Verlauf zeigen. Je nach der Form des Erschöpfungszustands ist auch eine andere Behandlung erforderlich.

In meiner Praxis biete ich im Kern drei Behandlungsansätze bei überlastungsbedingten Erschöpfungszuständen an:

  1. Coaching, Nährstoffe und pflanzliche Präparate
    Diese Behandlungsstrategie empfiehlt sich bei Stresssymptomen und Erschöpfungszuständen, welche nach Erholungsphasen wie beispielsweise im Urlaub wieder abklingen. Das Coaching zielt dabei auf eine rasche Stressreduktion und eine Verbesserung der Stressbewältigung. Die ergänzende Einnahme bestimmter Nährstoffe oder pflanzlicher Präparate kann eine wichtige Unterstützung sein um die Belastungsfähigkeit zu erhöhen und das Eintreten eines anhaltenden Erschöpfungszustands zu vermeiden.
  2. Psychotherapie ohne Medikation
    Eine Psychotherapie ist indiziert wenn der Erschöpfungszustand trotz erfolgter Entlastung weiterhin anhält. Hier ist ein Coaching in der Regel nicht mehr ausreichend. In der Psychotherapie arbeite ich zunächst mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie um die Symptome möglichst rasch zur Abheilung zu bringen. Um auch einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erzielen, bette ich die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen immer in eine grundsätzlich psychodyamische Psychotherapie ein. Die psychodynamische Psychotherapie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung der emotionalen Hintergründe der Symptome. Mit Hilfe dieser integrierten Psychotherapie lassen sich überlastungsbedingte Erschöpfungszustände meist sowohl rasch als auch nachhaltig zur Abheilung bringen.
  3. Psychotherapie mit Medikation
    Eine Ergänzung der Psychotherapie mit einer geeigneten Medikation empfiehlt sich bei schweren Erschöpfungszuständen, starker innerer Unruhe, dem Vorliegen einer Erschöpfungsdepression und wenn die Leistungsfähigkeit möglichst rasch wieder hergestellt werden muss wie beispielsweise bei Unternehmern, Selbstständigen oder Eltern. Bei einer Psychotherapie dauert es üblicherweise einige Wochen bis Monate bis eine deutliche Besserung eingetreten ist. Mit Hilfe einer ergänzenden Medikation ist eine deutliche Besserung oft innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen zu erreichen.

Was ist der erste Schritt?

Der erste Schritt ist immer ein Vorgespräch in einer Länge von 20 Minuten. In dem Vorgespräch kann bei einem persönlichen Kennenlernen die weitere Vorgehensweise gemeinsam geplant werden.

Die Terminvereinbarung ist online auf dieser Website und telefonisch Montag bis Samstag zwischen 7.00 und 21.00 Uhr unter der Tel. 089/55269070 möglich.