• Angststörungen

Angst kann zu einem Teufelskreis zwischen Angst und angstbedingten körperlichen Symptomen führen.

Was versteht man unter einer Angststörung?

Angst ist ein sehr intensives Gefühl welches in Gefahrensituationen auftritt. Angst kann aber auch unabhängig von Gefahrensituationen auftreten und eine Eigendynamik bis hin zu „Angst vor der Angst“ entwickeln. Dabei bringt das Gefühl der Angst eine massive körperliche Stressreaktion in Gang wodurch es auch zu körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen oder Zittern kommen kann. Angst führt auch zu einer erhöhten inneren Anspannung weshalb Angst- und Panikstörungen auch zu Schlafstörungen führen können.

Welche Angststörungen gibt es?

Die verschiedenen Angsterkrankungen unterscheiden sich in der Art wie und wann die Angst auftritt. Die wichtigsten Angsterkrankungen sind:

  • Plötzliche Angst- und Panikanfälle (Panikstörung)
  • Ständige Sorgen und Grübeln (generalisierte Angststörungen)
  • Krankheitsbezogene Ängste (hypochondrische Ängste)
  • Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (Spezifische Phobien)

Dabei kommt es bei Panikstörungen typischerweise plötzlich, unerwartet und ohne erkennbaren Auslöser zu Panikattacken. Bei generalisierten Angststörungen und hypochondrischen Ängsten bestehen die Ängste mehr oder weniger permanent. Bei Phobien bezieht sich die Angst „nur“ auf bestimmte Objekte oder Situationen wie zum Beispiel Flüge, Vorträge oder soziale Situationen.

Welche Symptome können im Rahmen einer Angststörung auftreten?

Folgende psychische und körperliche Symptome können auf eine Angststörung hinweisen:

  1. Psychische Symptome

  • Plötzlich auftretende Ängste
  • Angst vor bestimmten Situationen
  • Befürchtungen
  • Nervosität
  • Konzentrationsstörungen
  1. Motorische Symptome

  • Körperliche Unruhe
  • Spannungskopfschmerz
  • Zittern
  • Unfähigkeit zu entspannen
  1. Vegetative Symptome

  • Benommenheit
  • Schwitzen
  • Herzrasen
  • beschleunigte Atmung
  • Magenbeschwerden
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit

Wodurch werden Angststörungen verursacht?

Die Ursachen für Angststörungen sind recht unterschiedlich und müssen im Einzelfall abgeklärt werden. Eine hohe Rolle in der Auslösung von Angsterkrankungen spielen äußere Belastungen im Sinne von Auslösesituationen welche auf eine bestimmte Vorerfahrung treffen (Vulnerabilitäts-Stress-Modell). So kann eine Vortragstätigkeit über Jahre kein Problem gewesen sein, dann kommt es zu einem „Blackout“ und anschließend kommt es im Rahmen von Vorträgen zu Angst- und Panikattacken. Zudem können Konflikte mit Vorgesetzten, Arbeitskollegen oder in Partnerschaft und Familie zum Auftreten von Ängsten und Panikattacken führen. Zudem gibt es innerpsychische Konflikte wie beispielsweise anstehende Entscheidungen, welche zu Angst und Panik führen können. Neben den genannten Auslösesituationen scheinen nach heutigem Kenntnisstand auch bestimmte erbliche Faktoren eine Rolle dabei zu spielen ob es zu einer Angsterkrankung kommt.

Verhaltenstherapie bei Angststörungen

Die kognitive Verhaltenstherapie bietet bei vielen verschiedenen Angsterkrankungen nachweislich wirksame Behandlungsmaßnahmen an. Die Verhaltenstherapie ist ihrem Wesen nach lösungsorientiert, wissenschaftlich und pragmatisch. Mit Hilfe verhaltenstherapeutischer Techniken können die Symptome von Angsterkrankungen meist erstaunlich rasch zur Abheilung gebracht werden. Eine rein verhaltenstherapeutische Vorgehensweise birgt meiner Erfahrung nach aber die Gefahr eines nur vorübergehenden Behandlungserfolgs weshalb ich die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen immer in eine psychodynamische Psychotherapie integriere.

Psychodynamische Psychotherapie bei Angststörungen

Die psychodynamische Psychotherapie ist für mich das faszinierendste psychotherapeutische Verfahren welches es derzeit gibt. Die psychodynamische Psychotherapie stellt weltweit das am häufigsten angewandte psychotherapeutische Verfahren dar und es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien welche die hohe Wirksamkeit nachweisen. In der psychodynamischen Psychotherapie geht es darum zu verstehen warum welches Symptom an welcher Stelle im Leben auftritt. Dabei beeindruckt es mich immer wieder mit welcher Regelmäßigkeit dies bei den unterschiedlichsten Beschwerdebildern immer wieder gelingt. Im Ergebnis kann das Auftreten der Symptome mit Hilfe der psychodynamischen Psychotherapie oft schon innerhalb weniger Stunden verstanden werden wodurch es dann meist auch zu einem nachhaltigen Therapieerfolg kommt.

Medikamente bei Angststörungen

Mit Hilfe bestimmter Medikamente lassen sich die Symptome von Angststörungen meist innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig unter Kontrolle bringen. Eine rein medikamentöse Behandlung birgt aber das Risiko fehlender Nachhaltigkeit weshalb ich im Allgemeinen von einer rein medikamentösen Behandlung abrate. Begleitend zu einer psychotherapeutischen Behandlung kann eine medikamentöse Behandlung jedoch außerordentlich sinnvoll, hilfreich und entlastend sein. So dauert die Besserung in einer psychotherapeutischen Behandlung meist Wochen bis Monate. Mit den richtigen Medikamenten kann hingegen innerhalb von Stunden, Tagen oder allenfalls wenigen Wochen eine erhebliche Besserung der Symptome herbeigeführt werden. Dies führt zu einer raschen Symptomentlastung was dann wiederum die psychotherapeutische Behandlung erleichtern kann. Dabei ist die begleitende medikamentöse Behandlung von meiner Seite aus nur ein Angebot. Besonders hilfreich erweist sich eine Medikation meist bei zusätzlichen Schlafstörungen.

Mein Behandlungsansatz

Aufgrund der Strukturen in unserem Gesundheitswesen bekommen Sie üblicherweise bei Angststörungen entweder eine verhaltenstherapeutische oder eine psychodynamische oder eine medikamentöse Behandlung. Die Reduktion auf einen Behandlungsansatz mag in bestimmten Fällen sinnvoll sein, im Allgemeinen erreicht man aber mit der Kombination der Verfahren eine höhere Wirksamkeit, eine raschere Besserung und eine höhere Nachhaltigkeit des Behandlungserfolgs. Als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie greife ich sozusagen „in den Werkzeugkasten“ sämtlicher psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten und „zimmere“ Ihnen einen individuellen Behandlungsplan mit dem es Ihnen so schnell und so nachhaltig wie möglich wieder besser geht!

Der erste Schritt

Im ersten Schritt ist immer ein Vorgespräch in einer Länge von 20 Minuten zu vereinbaren. Das Vorgespräch dient einem kurzen persönlichen Kennenlernen, der Besprechung der Rahmenbedingungen und einer kurzen Klärung der Frage ob mein Behandlungsangebot zu Ihrem Anliegen passt. Noch im Vorgespräch können dann Termine für die weitere Abklärung vereinbart werden. Vorgespräche sind Montag bis Donnerstag jeweils um 16.50 Uhr. Termine können im Online-Kalender auf dieser Website oder Montag bis Samstag zwischen 7.00 und 21.00 Uhr auch telefonisch unter 089/55269070 vereinbart werden. Bitte beachten Sie dabei, dass es sich um eine Privatpraxis handelt. Ein derart integratives Behandlungsangebot wäre aber innerhalb der Versorgungsstrukturen der gesetzlichen Krankenkasse auch gar nicht möglich.