Vegetative Dystonie

Wichtiger Hinweis:

Bitte wenden Sie sich bei dem Wunsch nach einer diagnostischen Abklärung direkt an die Stressambulanz am Stress Zentrum Trier. In der Praxis für Psychotherapie München wird die Neuropattern-Diagnostik nicht mehr angeboten.

Was versteht man unter vegetativer Dystonie?

Unter vegetativer Dystonie versteht man ein Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem. Das vegetative Nervensystem durchzieht den ganzen Körper und regelt alle lebensnotwendigen Grundfunktionen des Körpers. Das vegetative Nervensystem ist durch den bewussten Willen nicht beeinflussbar und wird deshalb auch als „autonomes“ Nervensystem bezeichnet. Es steuert die Herztätigkeit, den Blutdruck, die Atmung, die Verdauung, die Blase und auch die sexuelle Reaktion. Eine gute Grafik zu den unterschiedlichen Funktionen finden Sie hier.

Wie kommt es zu einem Ungleichgewicht?

Die Aktivierung des vegetativen Nervensystems ist Teil der Stressreaktion. Unter einer Stressreaktion versteht man die körperlichen und psychischen Veränderungen, welche in Folge einer Stressbelastung auftreten. Im Rahmen der Stressreaktion bereitet sich der Organismus auf eine drohende Auseinandersetzung vor. Die Aufmerksamkeit fokussiert sich, der Herzschlag steigt, der Blutdruck erhöht sich und die Atmung beschleunigt sich. Der Organismus versucht so optimale Voraussetzungen für einen Kampf oder eine Flucht zu schaffen. Somit gehört die Stressreaktion zum normalen Leben und ist an sich nicht schädlich. Problematisch wird die Stressreaktion, wenn sie zu oft direkt aufeinander folgt und dazwischen keine Phasen der Entspannung mehr vorhanden sind. Der Körper bleibt dann in einem Zustand der Daueranspannung. Durch die Daueraktivierung des vegetativen Nervensystems kann es zu innerer Unruhe, Herzrasen, Atembeschwerden, Schwitzen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen kommen, welche auch nach Wegfall der Gefahr nicht mehr abklingen. Derartige Symptome werden oft auch als Stresssymptome oder psychosomatische Symptome bezeichnet. Häufig tritt eine vegetative Dystonie im Rahmen von Angststörungen auf.

Wie diagnostiziert man ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems?

Bis vor wenigen Jahren konnte ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems nur anhand der Symptome vermutet werden. Seit einigen Jahren kann die Aktivität des vegetativen Nervensystems tatsächlich gemessen werden. Dies gelingt mit Hilfe der Bestimmung der Herzschlagvariabilität.

Was misst die Herzschlagvariabilität?

Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei „Gegenspielern“, welche beim Gesunden das Verhältnis von Anspannung und Entspannung so regeln, dass es der Grad der Aktivierung des Organismus der aktuellen Situation angemessen ist. Der zu Anspannung führende Teil nennt sich Sympathikus, der zu Entspannung führende Teil Parasympathikus. Üblicherweise überwiegt mal der eine, mal der andere Teil. Die Geschwindigkeit des Herzschlags wird vom autonomen Nervensystem und damit vom Sympathikus und vom Parasympathikus reguliert. Mit Hilfe einer hochwertigen Technik, lassen sich nun die Abstände der Herzschläge erfassen und daraus kann mit komplexen Algorithmen herausgerechnet werden, ob der Einfluss des Sympathikus oder des Parasympathikus in diesem Moment überwiegt und damit ob ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems im Sinne einer vegetativen Dystonie vorliegt.

Ist eine Messung der Herzschlagvariabilität sinnvoll?

Eine Messung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich und kann im Bedarfsfall an der Stressambulanz des Stress Zentrum Trier durchgeführt werden. In der Praxis für Psychotherapie München werden keine Messungen mittels Neuropattern mehr vorgenommen da ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems für den spezialisierten Untersucher auch gut anhand der hierfür typischen Symptome erkennbar ist.

Wie behandelt man ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems?

In der Praxis für Psychotherapie München werden deshalb zunächst die Symptome systematisch erfasst und an einem bestimmten Beschwerdebild zugeordnet. Anschließend wird im Rahmen einer differenzierten Behandlungsplanung das im Einzelfall am meisten Erfolg versprechende Verfahren gewählt. Meist empfiehlt sich das Erlernen eines Entspannungsverfahrens, eine Verhaltenstherapie oder eine dynamische Therapie. In seltenen Fällen kann auch eine ergänzende Medikation hilfreich sein um das Gleichgewicht des vegetativen Nervensystems wieder herzustellen.

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