Störungen der Impulskontrolle

Was versteht man unter Störungen der Impulskontrolle?

Gefühle gegen mit bestimmten Handlungsimpulsen einher. So vermittelt Angst den Impuls wegzulaufen. Wut macht hingegen angriffslustig. Es ist häufig nicht sinnvoll diesem Impuls zu folgen da dies für einen selbst oder für andere Personen ungünstige Folgen haben kann. Hierfür ist Impulskontrolle erforderlich. Bei Störungen der Impulskontrolle können die Impulse nicht mehr ausreichend kontrolliert werden.

Es kann dann zu folgenden Symptomen kommen:

  • Wutausbrüche mit unkontrolliertem Verhalten
  • Essstörungen mit unkontrolliertem Essen und ggf. auch Erbrechen
  • Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen
  • Selbstgefährdende Sexualität
  • Unüberlegte Handlungen und Entscheidungen
  • Impulsive Tagesgestaltung mit „Aufschieberitis“

Wie entstehen Störungen der Impulskontrolle?

Störungen der Impulskontrolle entstehen durch eien Kombination aus genetischen Einflüssen, biographischen Erlebnissen und aktuellen Belastungen im Sinne von Stress.

Wann sind Störungen der Impulskontrolle behandlungsbedürftig?

Dies hängt vom Schweregrad der Störung ab. Leichte Formen sind kein Problem und Betroffenen möchten daran oft auch gar nichts ändern. Leichte Impulskontrollstörungen wirken auf andere Menschen oft auch sympthisch. Die „eine“ Zigarette bei Belastung, das Bierchen oder die Chips am Abend obwohl man eigentlich darauf verzichten wollte… Derartige „Inkonsequenz“ ist normal und sollte nicht pathologisiert werden. Menschen die scheinbar alles „unter Kontrolle“ haben sind oft ausgesprochen unglücklich. Problematisch werden Störungen der Impulskontrolle erst bei vorliegender Selbstschädigung.

Hinweise auf Selbstschädigung:

  • Kontrollverlust unter Alkohol oder Drogen
  • Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder Drogen
  • Überstarke Gewichtsabnahme oder Zunahme
  • Zahnschäden aufgrund von Erbrechen
  • Infektion oder Traumatisierung durch unkontrollierte Sexualität
  • Leistungseinschränkung aufgrund von Smartphone- und Internetnutzung
  • Selbstverletzendes Verhalten wie Nägelkauen oder Ritzen
  • Aufschieben unangenehmer Tätigkeiten mit daraus resultierenden beruflichen und privaten Schwierigkeiten (Prokrastination)

Wie behandelt man Störungen der Impulskontrolle?

Die Behandlung von Störungen der Impulskontrolle sind äußerst anspruchsvoll da hier am besten von verschiedenen Seiten angesetzt werden sollte. So sind verhaltenstherapeutische Maßnahmen sehr hilfreich um die Handlung selbst zu unterdrücken. Bei rein verhaltenstherapeutischen Maßnahmen bleiben aber oft die emotionalen Hintergründe der Symptome unbehandelt. Die emotionalen Hintergründe lassen sich am besten Hilfe der psychodynmischen Psychotherapie bearbeiten. Psychodynamische Maßnahmen allein sind aber oft nicht ausreichend um die Impulse auch tatsächlich unter Kontrolle zu bringen. Ich setze deshalb die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen im Rahmen einer psychodynamischen Psychotherapie ein. Mit dieser Kombination zweier sehr unterschiedlicher Verfahren lassen sich sowohl rasche als auch nachhaltige Behandungserfolge erzielen. In bestimmten Fällen können auch medikamentöse Maßnahmen äußerst hilfreich sein. Ich empfehle Medikamente bei Impulskontrollstörungen aber nur ergänzend zu einer Psychotherapie und nur dann, wenn anders keine Impulskontrolle zu erzielen ist.

Der Teufelskreis der Überlastung

Der Teufelskreis der Überlastung

Im Zustand der Überlastung sind Gedankengänge und Handlungen oft nicht mehr zielführend. Es kommt zu Grübeln, Gedankenkreisen und innerer Anspannung. Dies führt häufig zu Schlafstörungen wodurch die Erholsamkeit des Schlafs nachlässt. Hierdurch sinkt die Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zur Problemlösung. Dies erhöht wiederum „den Andruck“, es werden Dinge verschoben, uneffektiv bearbeitet oder bleiben unerledigt liegen. Letztlich kann dies zu einem überlastungsbedingten Erschöpfungszustand oder einem Erschöpfungssyndrom führen. Dabei wird die Behandlung umso schwieriger und langwieriger, desto weiter der Prozess bei Behandlungsbeginn bereits fortgeschritten ist.

Die Folgen von Überlastung

Eine vorübergehende Überlastung stellt – abgesehen von einem schweren Trauma – üblicherweise keine Gesundheitsgefährdung dar. Problematisch wird Überlastung wenn diese sehr hoch wird und über längere Zeit anhält. Auf psychischer Ebene kann Überlastung zu einem Erschöpfungszustand oder einem Erschöpfungssyndrom führen. Zudem kann anhaltende Überlastung auch den Boden für die Entwicklung einer Angststörung bereiten. Unter Überlastung können sich auch psychosomatische Symptome entwickeln und chronifizieren. Nicht zuletzt kann dauerhafte Überlastung im Zusammenwirken mit anderen Faktoren auch zu zahlreichen körperlichen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Darmerkrankungen oder immunologischen Erkrankungen führen.

Wann und wie ist die Überlastung zu behandeln?

Überlastungssymptome sind keine Krankheit sondern sind als Warnzeichen zu verstehen. Bei anhaltender Überlastung können verschiedene psychische und körperliche Erkrankungen entstehen, weshalb über längere Zeit anhaltende Überlastungszustände zu vermeiden sind. Oft sehen die Betroffenen selbst aber keinen Weg aus der Überlastung und hier kann eine frühzeitige Behandlung die entscheidende Hilfe darstellen und das Auftreten einer Erkrankung verhindern helfen. Mit gezielt eingesetzten psychotherapeutischen Techniken kann der Teufelskreis meist rasch durchbrochen und die Entwicklung einer psychischen oder körperlichen Erkrankung verhindert werden. Im Bedarfsfall kann der Heilungsverlauf mit geeigneten Medikamenten unterstützt werden. Eine Medikation kann insbesondere bei Schlafstörungen und starker innerer Unruhe rasch Entlastung bringen und so dabei helfen den Teufelskreis möglichst rasch zu unterbrechen damit es wieder aufwärts gehen kann. Für die Abheilung reiner Überlastungssymptome sind meist zwischen 10 und 25 Behandlungsstunden erforderlich.

Liste psychosomatischer Symptome

Psychosomatische Symptome finden sich quer durch sämtliche medizinische Fachgebiete. Sie werden dort häufig auch als „funktionelle Symptome“ bezeichnet.

Verdauungssystem

  • Trockener Mund und trockener Hals
  • Würgereiz bei der Nahrungsaufnahme
  • Sodbrennen
  • Schluckstörungen
  • Luftschlucken, Blähungen, Aufstoßen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Reizmagen
  • Reizdarm
  • Gefühl des geblähten Bauches
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Schmerzen im Bereich des Anus
  • Inkontinenz

Herz-Kreislauf-System

  • Herzrasen
  • Herzstolpern und Herzrhythmusstörungen
  • Blutdruckanstieg und Blutdruckkrisen
  • Engegefühl der Brust
  • Kreislaufkollaps

Atmung

  • Atembeschwerden
  • Atemnot
  • Übermäßig schnelle Atmung (Hyperventilation)
  • Husten

Nervensystem

  • Kloß- oder Engegefühl im Hals (Globusgefühl)
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Herabgesetzte Sensibilität wie Taubheit der Haut (Hypästhesien)
  • Erhöhte Sensibilität wie Schmerzen bei Berührung (Hyperästhesie)
  • Nagel-Gefühl im Bereich der Kopfhaut („Clavus-Gefühl“)
  • Bewegungsstörungen und Lähmungserscheinungen
  • Plötzliche Ohnmacht (Synkopen)
  • Muskelzuckungen insbesondere des Augenlides
  • Standunfähigkeit (Astasie)
  • Gangunfähigkeit (Abasie)
  • Gangstörungen
  • Krampfanfälle
  • Kopfschmerz und Migräne
  • Zittern (Tremor)

Bewegungsapparat

  • Muskelverspannungen
  • Nackenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Kreuzschmerzen
  • Schmerzen der Band- und Muskelansätze

Hals, Nasen und Ohren

  • Hörstörungen
  • Riechstörungen
  • Stimmstörungen (Dysphonie)
  • Stimmlosigkeit (Aphonie)
  • Haut
  • Vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis)
  • Juckreiz (Pruritus)

Frauenheilkunde

  • Blutungs- und Zyklusstörungen
  • Prämenstruelles Syndrom (Brustschwellung/Brustspannung, Ödeme, Kopfschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Nervosität, Reizbarkeit, Aggressivität, Angst)
  • Schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhoe)
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Verkrampfungen im Unterbauch
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Urologie

  • Reizblase
  • Brennen der Harnröhre
  • Druckgefühl und Schmerzen im Genitalbereich
  • Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase (Miktionsstörungen)
  • Schmerzen im Bereich der Prostata (Prostatitissyndrom)
  • Krampfartige, brennende und pochende Schmerzen im Bereich der Harnröhre (Urethralsyndrom)
  • Harnverhalt
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Zahnmedizin

  • Kiefergelenksbeschwerden und Gesichtsschmerz (orofaziales Schmerzyndrom)
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Mißempfindungen im Bereich der Mundschleimhaut

Erschöpfungsdepression

Erschöpfungsdepressionen sind an sich auch sehr gut behandelbar. Die Betroffenen finden aber aus verschiedenen Gründen oft nicht den Weg in eine professionelle Behandlung. So neigen gerade der leistungsbereite Menschen nicht zum Klagen, haben ein hohes Verantwortungsgefühl und eine hohe Selbstkontrolle. Die Betroffenen „funktionieren“ dann einfach weiter obwohl andere Menschen mit einem Bruchteil der Sypmptome bereits Hilfe suchen würden. Aufgrund der positiven Ausstrahlung der Betroffenen merken oft selbst Angehörige nichts von der Entwicklung. Laienhelfer wie Coachs sind für die Erkennung derartiger Zustände in keiner Weise ausgebildt und selbst Ärzte und Psychotherapeuten übersehen meiner Erfahrung nach häufig das Vorliegen einer Erschöpfungsdepression. Dies gilt besonders, wenn die Betroffenen nicht unter Antriebslosigkeit sondern Ruhelosigkeit leiden und sich selbst ihren Zustand nicht eingestehen wollen. Teilweise führt dies zu katastrophalen Entwicklungen wie man an den immer wieder vorkommenden Selbstmorden von sehr leistungsbereiten Menschen wie Marin Senn, Pierre Wauthier, Axel Widmer, Calogero Gambino, Chung Mong Hun, Adolf Merckle oder Heinz-Joachim Neubürger auf tragische Weise erkennen kann. Bei diesen Menschen handelte es sich – meines Wissens nach – nicht wie bei Robert Emke oder Robin Williams um Menschen mit einer vorbestehenden Depression, sondern um Menschen welche unter massiver Überlastung keinen anderen Weg mehr sahen. In Japan wird der „Tod durch Überarbeitung“ als „Karoshi“ bezeichnet. All diese Todesfälle wären durch eine professionelle Behandlung wohl verhinderbar gewesen.

Verhaltensmedizin

Die Verhaltensmedizin wurde erst in den letzten Jahren entwickelt. Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie versuchen die heute vorhandenen, umfangreichen Kenntnisse über die Entstehung von psychischen und körperlichen Symptomen direkt in die Behandlung umzusetzen.

Mit den neu entwickelten Behandlungstechniken sind deutlich wirksamere und effizientere psychotherapeutische Behandlungen möglich, da inzwischen bekannt ist, an welchen Punkten bei welchen Störungsbildern konkret anzusetzen ist, um rasche Behandlungserfolge zu erzielen.

So wurden früher häufig psychotherapeutische Behandlungen über sehr viele Stunden durchgeführt, welche aber teilweise gar keine nachweisliche Besserung brachten. In der Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie suchte man deshalb nach den Gründen, warum manche Behandlungen wirken und manche nicht und kam so zu vollkommen neuen Erkenntnissen.

Verhaltensmedizinische und verhaltenstherapeutische Behandlungen wirken meist innerhalb von 10 bis 25 Stunden und damit deutlich rascher als andere Formen der Psychotherapie.

Ziel von Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie ist eine möglichst rasche Abheilung der Symptome und damit eine zeitnahe psychische Entlastung.

Um auch einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erzielen, setze ich die Techniken von Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie im Rahmen einer psychodynamischen Psychotherapie ein.

Die psychodynamische Psychotherapie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung der hinter den Symptomen stehenden Emotionen.

Mit dieser Kombination von psychotherapeutischen Verfahren lassen sich sowohl rasche als auch nachhaltige Behandlungserfolge erzielen.

Im Bedarfsfall kann die psychotherapeutische Behandlung durch eine sorgsam ausgewählte Medikation unterstützt werden. Dies empfiehlt sich insbesondere bei starker innerer Unruhe, ausgeprägten Schlafstörungen oder schweren Angststörungen oder Depressionen.

Mein Behandlungsangebot besteht damit aus folgenden Komponenten:

Behandlungsplanung

Die Planung einer Psychotherapie ist meiner Erfahrung nach äußerst anspruchsvoll. Die Qualität der Planung entscheidet dabei schon wesentlich über den erreichbaren Behandlungserfolg.

Für die Planung einer Psychotherapie sind bis zu 5 Sitzungen vorgesehen. Diese Sitzungen im Vorfeld einer Behandlung werden von den Krankenkassen als „probatorische Sitzungen“ bezeichnet. Im Rahmen der Vorgespräche sind folgende Punkte zu klären:

Um was für eine Erkrankung handelt es sich?

Im ersten Schritt ist immer zu  klären, ob es sich um vorübergehende Symptome oder um eine Erkrankung handelt. Im zweiten Schritt ist zu klären, um welche Erkrankung es sich handelt. So werden unterschiedliche Erkrankungen eben auch unterschiedlich behandelt und bestimmte Formen der Psychotherapie haben bei bestimmten Symptomen eine besonders hohe Wirksamkeit oder eben auch gar keine.

Was ist das passende psychotherapeutische Verfahren?

Die Wahl des Verfahrens verläuft meist „zufällig“ da die meisten Patienten zunächst nach einem passenden Psychotherapeuten und  nicht nach dem passenden Verfahren suchen. Diese Vorgehensweise ist zwar emotional gut nachvollziehbar, kann aber inhaltlich zu erheblichen Schwierigkeiten und eingeschränkten Behandlungserfolgen führen. So sind die meisten Psychotherapeuten in nur einem Verfahren ausgebildet und der Patient bekommt deshalb oft das Verfahren, welches der aufgesuchte Psychotherapeut eben anbietet. Die Wahl des Verfahrens entscheidet aber bereits wesentlich über den späteren Behandlungserfolg.

In meiner Praxis gehe ich anders vor: Als Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie greife ich auf Erfahrungen mit verschiedenen Verfahren zurück und „schneidere“ Ihnen damit die passende Behandlung „auf den Leib“. Sie erhalten quasi einen „psychotherapeutischen Maßanzug“ auf der Basis einer grundsätzlich psychodynamischen Psychotherapie. Das passende Verfahren hängt dabei nicht nur von der Diagnose, sondern von der im Einzelfall vorliegenden Art der Entstehung der Symptome und von Ihrer Zielsetzung ab.

Sollten bestimmte Verfahren miteinander kombiniert werden?

Durch die Kombination unterschiedlicher psychotherapeutischer Maßnahmen kann die Wirksamkeit einer Psychotherapie oft erheblich gesteigert werden. So kann es bei stressbedingten Symptomen sinnvoll sein, ergänzend ein Entspannungsverfahren zu erlernen. Oder es kann bei sozialen Ängsten sinnvoll sein, die Einzelpsychotherapie mit einer psychodynamischen Gruppentherapie zu verbinden.

Könnte eine ergänzende Medikation hilfreich sein?

Die Wirksamkeit einer Psychotherapie kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente erheblich gesteigert werden. Eine begleitende Medikation empfiehlt sich insbesondere bei ausgeprägten Schlafstörungen, starker innerer Unruhe, belastenden Ängsten und schweren Depressionen.

Stressbedingte Veränderungen

Übermäßiger Stress für auf Dauer zu zahlreichen psychischen und körperlichen Veränderungen. Diese Veränderungen sind mit den heute in der Stressmedizin zur Vefügung stehenden Methoden auch zuverlässig messbar.

Vegetatives Nervensystem

Im Rahmen von Stress kommt es typischerweise zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems. Diese Überaktivierung kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Herzrasen
  • Atembeschwerden
  • Blutdruckanstieg
  • innere Unruhe
  • Schwitzen
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen

Cortisolmangel

Zunächst führt Stress zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels. Bei dauerhafter Stressbelastung kann die Produktion von Cortisol aber nachlassen und es ensteht dann ein relativer Cortisolmangel. Ein Mangel an Cortisol kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Erschöpfung
  • Schwächegefühl
  • Tagesmüdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Niedrigem Blutdruck
  • Erniedrigtem Blutzucker
  • Salzhunger

Serotoninmangel

Serotonin ist der „Glücksbotenstoff“ im Gehirn und sinkt bei chronischer Stressbelastung häufig ab. Ein Mangel an Serotonin kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Innere Anspannung und Nicht-Abschalten-Können
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Gedrückte Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Veränderungen des Appetits und der sexuellen Lust
  • Verstärkte Schmerzwahrnehmung

Die Mangelzustände können mit den richtigen Maßnahmen ausgeglichen werden wodurch sich die Symptomatik meist rasch bessert. Hierzu eignen sich bestimmte Nährstoffe wie L-Tryptophan, bestimmte Vitamine, pflanzliche Präparate oder auch Medikamente. Die im Einzelfall sinnvollen Maßnahmen hängen dabei von dem nachgewiesenen Mangelzustand ab.

Zitat zu Burnout und Erschöpfung

„Durch die Leidenschaft lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.“

Nicolas Chamfort – DIE ZEIT vom 10.09.18, S. 3

Burnout und ärztliche Diagnosen

Aus ärztlicher Sicht kann sich dahinter sowohl eine Überlastungsreaktion als auch ein Erschöpfungssyndrom als auch eine Erschöpfungsdepression verbergen. Je nach dem was sich hinter dem Erschöpfungszustand verbirgt, ist auch eine andere Behandlung erfolgversprechend.

Was ist eine Überlastungsreaktion?

Unter massiver Stressbelastung kommt es zu einer Aktivierung des Organismus. Im Rahmen einer Überaktivierung kommt es typischerweise zu Symptomen wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Problemen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Die Symptome gehen nach Entlastung im Urlaub ohne weitere Maßnahmen aber wieder zurück. Eine Überlastungsreaktion ist keine Krankheit, sondern die Reaktion eines gesunden Menschen auf zu hohe Stressbelastung. 

Die Behandlung einer Überlastungsreaktion

Da es sich bei der Überlastungsreaktion um keine Krankheit handelt, ist hier weder eine Psychotherapie noch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Bei einer Überlastungsreaktion empfiehlt sich ein Coaching zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung. Auch Coaching gehört zum Leistungsspektrum meiner Praxis. Zusätzlich kann die Gabe bestimmter Nährstoffe oder bestimmter pflanzlicher Präparate sinnvoll sein um das Eintreten eines Erschöpfungssyndroms zu verhindern.

Was ist ein Erschöpfungssyndrom?

Wenn es wiederholt zu einer Überlastungsreaktion kommt oder der Überlastungszustand über längere Zeit anhält, kann sich aus der Überlastungsreaktion ein Erschöpfungssyndrom entwickeln. Ein Erschöpfungssyndrom klingt nach Beendigung der Überlastungsphase dann nicht mehr von selbst ab. Hier hat sich die andauernde Stressreaktion sozusagen „verselbstständigt“.

Für ein Erschöpfungssyndrom gibt es folgende Diagnosekriterien:

Leitsymptom:

  • Gefühl der körperlichen und psychischen Erschöpfung

Zusatzsymptome:

  • Schmerzen des Bewegungsapparats – insbesondere Rückenschmerzen
  • Schwindel
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Entspannungsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • Verdauungsstörungen

Das entscheidende Symptom ist das Gefühl der körperlichen und psychischen Erschöpfung. Zur Diagnose eines Erschöpfungssyndroms müssen jedoch noch mindestens zwei der genannten Zusatzsymptome vorliegen.

Da Erschöpfung auch im Rahmen zahlreicher anderer Erkrankungen vorkommen kann, ist die Diagnose eines Erschöpfungssyndroms immer durch einen entsprechend spezialisierten Arzt zu stellen. So können beispielsweise auch Schilddrüsenerkrankugen, Infektionserkrankungen oder Darmerkrankungen zu Erschöpfungszuständen mit entsprechenden Zusatzsymptomen führen. Diese Erkrankungen müssen deshalb zunächst mit geeigneten Verfahren ärztlich ausgeschlossen werden.

Zudem ist es von hoher Bedeutung ein Erschöpfungssyndrom von einer Erschöpfungsdepression zu unterscheiden da eine Erschöpfungsdepression deutlich gefährlicher ist und andere Behandlungsmaßnahmen erfordert.

Die Behandlung eines Erschöpfungssyndroms

Bei einem Erschöpfungssyndrom handelt es sich um eine Krankheit. Hier ist ein Coaching nicht mehr ausreichend da eben auch eine komplette Entlastung nicht mehr zur Abheilung der Symptome führt. Bloße Maßnahmen zur Stressreduktion oder zur Verbesserung der Stressbewältigung reichen hier also nicht mehr aus.

Bei einem Erschöpfungssyndrom empfiehlt sich im Allgemeinen eine psychotherapeutische Behandlung. Im Bedarfsfall kann die psychotherapeutische Behandlung mit einer sorgsam ausgewählten Medikation unterstützt werden. Eine ergänzende medikamentöse Behandlung empfiehlt sich insbesondere bei sehr ausgeprägten Symptomen und beim Vorliegen von Schlafstörungen.

In der Psychotherapie arbeite ich zu Beginn mit Maßnahmen der kognitiven Verhaltenstherapie um eine möglichst rasche Abheilung der Symptome zu erreichen. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen greifen meiner Erfahrung nach jedoch für einen dauerhaften Behandlungserfolg oft zu kurz. Ich integriere deshalb die verhaltenstherapeutischen Maßnahmen in eine grundsätzlich psychodynamische Psychotherapie. Die psychodynamische Psychotherapie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung der hinter den Symptomen stehenden Emotionen.

Durch diese Kombination von Maßnahmen lassen sich die Symptome eines überlastungsbedingten Erschöpfungssyndroms sowohl rasch als auch nachhaltig behandeln

Was ist eine Erschöpfungsdepression?

Bei einer Erschöpfungsdepression kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Erschöpfung
  • Antriebsmangel
  • gedrückter Stimmung
  • Interessenverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Selbstwertzweifel
  • Schuldgefühle
  • Pessimismus
  • Schlafstörungen
  • Appetitmangel oder Heißhunger

Dabei können die Symptome eines Erschöpfungssyndroms ebenfalls vorhanden sein.

Die Behandlung einer Erschöpfungsdepression

Bei einem Erschöpfungssyndrom äußern sich die Symptome vorwiegend körperlich, bei einer Erschöpfungsdepression vorwiegend psychisch. Die Behandlungsmaßnahmen sind bei beiden Krankheitsbildern ähnlich. Auch bei einer Erschöpfungsdepression ist eine umgehende psychotherapeutische Behandlung erforderlich, welche im Bedarfsfall durch eine geeignete Medikation unterstützt werden sollte.

Stressmedizin bei Burnout

Durch eine lang andauernde Stressbelastung kann es zu verschiedenen Anpassungsprozessen des Organismus kommen. Die Reaktion auf eine hohe Stressbelastung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt auch von der Genetik und der individuellen Vorerfahrung ab. So reagiert ein Individuum auf Stress mit einem Anstieg des Stresshormons Cortisol, bei einem anderem fällt die Konzentration von Cortisol unter Stress aber ab. Andere Menschen reagieren wiederum überhaupt nicht mit der Cortisol-Achse. Bei diesen Menschen fällt dann beispielsweise die Serotoninkonzentration im Gehirn ab oder es kommt zu einer Überaktivierung des vegetativen Nervensystems. Es gibt also auf physiologischer Ebene kein „allgemeines Anpassungssyndrom“ (general adaption syndrome) wie es zunächst vom Begründer der Stresskonzepts Hans Selye angenommen wurde. Auch im psychischen Bereich gibt es keine spezifische Reaktion auf Stress und jeder Mensch reagiert unterschiedlich.

Die hormonellen und vegativen Veränderungen lassen sich aus den vorliegenden Symptomen nicht erschließen. Mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken lassen sich die stressbedingten Veränderungen aber zuverlässig messen. Die Messung dieser Veränderungen ermöglicht dann eine deutlich individuellere Behandlung. So gibt es Nährstoffe, naturheilkundliche Präparate oder Medikamente, welche das Cortisol erhöhen oder absenken. Es gibt aber auch Präparate, welche die Serotoninkonzentration im Gehirn erhöhen oder das vegetative Nervensystem beruhigen. Auch die psychotherapeutischen Maßnahmen zur Verbesserung der Stressbewältigung können auf die im Einzelfall vorliegenden Veränderungen abgestimmt werden und so an Wirksamkeit gewinnen.

Die Messung der im Einzelfall veränderten Parameter ermöglicht eine deutlich spezifischere Behandlung.

Im Rahmen der stressmedizinischen Diagnostik besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit Prof. Hellhammer und dem Forschungsinstitut daacro in Trier. Teilweise arbeite ich auch mit dem von Prof. Hellhammer entwickelten Testkit Neuropattern. Dabei kann die gesamte Neuropattern-Diagnostik in der Praxis in München durchgeführt werden.

Allgemein empfehlen sich bei zu hoher Stressbelastung Maßnahmen zur Stressreduktion und zur Verbesserung der Stressbewältigung.

In Folge der stressmedizinischen Diagnostik können aber noch zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden mit deren Hilfe sich der Heilungsprozess oft deutlich beschleunigen lässt:

  • Nährstoffe wie L-Tryptophan
  • Pflanzliche Präparate wie Rhodiolan
  • Spezifische Medikamente wie Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)